Schwaebische Zeitung (Tettnang)

Enor­mer Ver­lust von Ar­beits­plät­zen

- Wir freu­en uns über Ih­re Brie­fe. Bit­te ha­ben Sie aber Ver­ständ­nis da­für, dass wir für die Ver­öf­fent­li­chung ei­ne Aus­wahl tref­fen und uns auch Kür­zun­gen vor­be­hal­ten müs­sen. Le­ser­zu­schrif­ten stel­len kei­ne re­dak­tio­nel­len Bei­trä­ge dar. An­ony­me Zu­schrif­ten könn Meat · Food · Auch · Schwäbische Zeitung · Ravensburg · Germany · Sigmaringen · Tuttlingen · Biberach · Roth bei Nurnberg · Attenweiler

Ver­hält­nis zu Na­tur und Um­welt

Wie­der ein­mal ma­chen un­se­re land­wirt­schaft­li­chen und fleisch­pro­du­zie­ren­den Un­ter­neh­men durch Bru­ta­li­tät an Tie­ren auf sich auf­merk­sam. Ohn­mäch­tig guckt man sich die Fotos an und kann es nicht fas­sen. Es soll­te ei­nem schon lan­ge ge­hö­rig der Ap­pe­tit ver­ge­hen ob die­ser ob­szö­nen Ge­walt in un­se­rer ach so auf­ge­räum­ten Welt, in der tat­säch­lich nichts mehr stimmt. Un­ser Ver­hält­nis zu Na­tur und Um­welt ist ei­ne Ka­ta­stro­phe. Wem jetzt nicht end­lich mal ein Licht auf­ge­gan­gen ist, um den bleibt es wohl auch wei­ter­hin trüb. Be­vor­zugt le­ben wir von In­dus­trie­fraß und kran­kem Fleisch, form­schön ab­ge­packt und bil­lig. Le­bens­mit­tel ha­ben schon lan­ge nicht mehr den Stel­len­wert, der ih­nen als exis­ten­zi­el­les Fun­da­ment un­ser al­ler Le­ben zu­ste­hen soll­te. Wir hö­ren von Land­wir­ten, die seit Co­ro­na ein ech­tes“ Fer­kel-Pro­blem“ha­ben, ist doch die in­dus­tri­el­le „Pro­duk­ti­on“von die­sen „ar­men Schwei­nen“nicht so ein­fach zu stop­pen. So dar­ben noch mehr die­ser be­dau­erns­wer­ten Ge­schöp­fe auf ih­ren „hüb­schen“Spalt­bö­den, ein­ge­pfercht, zer­quetscht und miss­han­delt vor sich hin. Da­ne­ben dür­fen die Schlacht­häu­ser ja co­ro­nabe­dingt nicht mehr in den ge­wohn­ten Aus­ma­ßen, al­so im Ak­kord, tö­ten (wenn´s denn klappt mit dem Bol­zen­schuss­ge­rät…).

Wir pro­du­zie­ren Fleisch und Milch in Men­gen, dank auch un­se­rer äu­ßerst „fä­hi­gen“Land­wirt­schafts­mi­nis­ter, ent­sor­gen auch ger­ne den Über­fluss, weil, wir sind ja ei­ne Wohl­stands­ge­sell­schaft und da gilt: Kon­sum über al­les. Ger­ne las­sen wir uns die­se Über­pro­duk­ti­on auch noch staat­lich sub­ven­tio­nie­ren, da­mit es auch ja je­dem gut geht – au­ßer den Tie­ren. Die sind die Leid­tra­gen­den in ei­ner im­mer ab­stru­se­ren Welt.

Lin­d­auWie­der

An die Pflan­zen­welt hal­ten

Zum Ar­ti­kel „Mit Elek­tro­schocks und oh­ne Be­täu­bung“(25.11.)

Die Bil­der aus dem Schlacht­hof Biberach zei­gen die wi­der­li­chen Um­stän­de von man­geln­der Be­täu­bung und bil­li­gend in Kauf ge­nom­me­ner Tier­qual. Doch wer jetzt des­halb lie­ber zum Metz­ger des Ver­trau­ens rennt, um Fleisch und Wurst zu kau­fen, dem oder der sei ge­sagt: Auch die­ser Metz­ger be­zieht das Fleisch von ei­nem Schlacht­hof. Und es han­delt sich bei den an­ge­zeig­ten Ver­feh­lun­gen nicht um ei­nen Ein­zel­fall nur weil es in an­de­ren Schlacht­hö­fen kei­nen Ein­blick gibt, heißt das nicht, dass es dort we­ni­ger Leid, Schmerz und Ge­walt gibt. Die Grau­sam­keit an den Tie­ren, die wir auf un­se­re Tel­ler zer­ren, be­ginnt so­wie­so viel frü­her – bei der ge­walt­sa­men Zeu­gung, beim Zu­schnitt auf un­se­re Ge­schmacks­und Hal­tungs­wün­sche (Fer­kel­kas­tra­ti­on, Ent­hor­nung), bei der Hal­tung oh­ne Aus­lauf, beim stres­si­gen Trans­port. Da wun­dert es doch nicht, dass die Tor­tur des Tie­res im Schlacht­hof ihr schmerz­haf­tes, blu­ti­ges Fi­na­le fin­det. An­statt zum Metz­ger un­se­res Ver­trau­ens zu ge­hen, soll­ten wir end­lich die Tie­re in Ru­he las­sen und uns an die reich­hal­ti­ge Pflan­zen­welt hal­ten. Ist so­wie­so ge­sün­der – für uns und so­gar fürs Kli­ma.

Ste­fan Roth,

Lie­be Le­se­rin­nen, lie­be Le­ser,

Schwä­bi­sche Zei­tung Karl­stra­ße 16

88212 Ravensburg Fax-Nr. 0751 / 295599-1499 Le­ser­brie­fe@schwa­ebi­sche­zei­tung.de

Zum Be­richt „Grü­ner wird´s noch“(21.11.)

End­lich mal ei­ne fai­re und wis­sen­schaft­lich be­trach­te­te Darstel­lung der po­li­tisch be­zie­huns­gwei­se ideo­lo­gisch ge­for­der­ten Elek­tro­mo­bi­li­tät, die in der mo­men­ta­nen La­ge welt­weit ge­se­hen mehr Scha­den an­rich­tet als Vor­tei­le ge­won­nen wer­den. Die prin­zi­pi­ell sinn­vol­le Elek­tro­mo­bi­li­tät kommt 20 Jah­re zu früh, denn wir ha­ben mo­men­tan welt­weit viel zu we­nig grü­nen Strom, die Reich­wei­te ist zu ge­ring, die Lad­ein­fra­struk­tur fehlt, die Be­völ­ke­rung in Deutsch­land blo­ckiert Wind­ener­gie, neue Strom­tras­sen. Wir müs­sen oh­ne Zwei­fel CO2 ein­spa­ren. Da der Stra­ßen­ver­kehr aber „nur“20 Pro­zent da­zu bei­trägt, müs­sen auch al­le an­de­ren Ver­ur­sa­cher glei­cher­ma­ßen her­an­ge­zo­gen wer­den.

Was der sehr gu­te Be­richt aber nicht be­leuch­tet, ist der da­mit ein­her­ge­hen­de enor­me Ver­lust von Ar­beits­plät­zen in Deutsch­land, denn ei­ner­seits be­nö­tigt ein E-Au­to we­ni­ger Bau­tei­le und so­mit we­ni­ger Ar­beits­plät­ze und an­de­rer­seits er­folgt die Wert­schöp­fung der Elek­tro­au­tos über­wie­gend im Aus­land. Wir soll­ten uns vor Au­gen füh­ren, daß wir mit der vom deut­schen Steu­er­zah­ler fi­nan­zier­ten Kauf­prä­mie für E-Au­tos über­wie­gend Ar­beits­plät­ze im Aus­land för­dern und welt­weit ge­se­hen da­mit kein CO2 ein­spa­ren.

Her­mann Rum­pel,

Zum Ar­ti­kel „Mit Elek­tro­schocks und oh­ne Be­täu­bung“(25.11.)

At­ten­wei­ler

Sig­ma­rin­gen

Grü­ne Un­wahr­heit

Zu „Grü­ner wird´s noch“(21.11.)

Die Um­welt­be­las­tung ei­nes Elek­tro­au­tos ist hö­her als bei ei­nem Die­sel oder Ben­zi­ner. Zur Her­stel­lung ei­ner gro­ßen Au­to­bat­te­rie braucht man 4 500 000 Li­ter Was­ser, bis das er­for­der­li­che Li­thi­um aus dem Gestein ge­fil­tert ist. Man muss doch die Um­welt­be­las­tung der Pro­duk­ti­on mit ein­rech­nen, um ei­ne rea­le wirk­li­che Um­welt­bi­lanz zu ha­ben. Wer denkt, dass sich die Au­to­in­dus­trie mit dem Elek­tro­au­to aus der Kri­se her­aus­win­den kann, irrt sich ge­wal­tig. Die Au­to­kri­se ver­schärft sich durch das Elek­tro­au­to. Zah­len und Fak­ten lü­gen nicht.

Mar­kus Olpp,

Tutt­lin­gen

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Knecht Ruprecht folgt spä­ter

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