Schwaebische Zeitung (Tettnang)

Brand­scha­den kann Miet­ver­hält­nis be­en­den

- Brand, Bavaria · West Berlin

Wird ei­ne Woh­nung durch ei­nen Brand zer­stört, be­en­det das un­ter Um­stän­den auch das Miet­ver­hält­nis. Denn ei­nem Ver­mie­ter ist nicht oh­ne wei­te­res zu­zu­mu­ten, ei­ne voll­stän­dig zer­stör­te Miet­sa­che wie­der auf­zu­bau­en, be­fand das Land­ge­richt Berlin. Durch die Zer­stö­rung kann der Ver­mie­ter viel­mehr frei wer­den von sei­ner Pflicht zur Über­las­sung der Woh­nung, wie die Zeit­schrift „Das Grund­ei­gen­tum“des Ei­gen­tü­mer­ver­ban­des Haus & Grund Berlin be­rich­tet. In dem ver­han­del­ten Fall war die Woh­nung im drit­ten Stock ei­nes Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses in­fol­ge ei­nes Dach­stuhl­bran­des un­be­wohn­bar. Sämt­li­che nicht­tra­gen­den Wän­de im Haus mit Aus­nah­me der Au­ßen­wän­de und Tei­le der De­cken muss­ten nach dem Brand ent­fernt wer­den. Das Haus wur­de dann sa­niert und Woh­nun­gen mit ei­nem an­de­ren Grund­riss wie­der auf­ge­baut und an Drit­te ver­mie­tet. Die ehe­ma­li­gen Mie­ter klag­ten auf Fort­be­stand des Miet­ver­hält­nis­ses. Oh­ne Er­folg: Das Miet­ver­hält­nis sei durch den Brand be­en­det wor­den, oh­ne dass es da­für ei­ner be­son­de­ren Kün­di­gung be­dür­fe, ent­schie­den die Rich­ter. Denn die Leis­tung sei in die­sem Fall we­gen Un­mög­lich­keit aus­ge­schlos­sen. Da­her tref­fe den Ver­mie­ter auch kei­ne Pflicht zum Wie­der­auf­bau, denn er sei von sei­ner Pflicht der Ge­brauchs­über­las­sung frei. Maß­geb­lich für die Be­wer­tung ist die Fra­ge, ob die Be­schä­di­gung der Miet­sa­che wirt­schaft­lich ei­ner voll­stän­di­gen Zer­stö­rung gleich­kom­me, was hier der Fall sei. (dpa)

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FO­TO: JU­LI­AN STRATENSCH­ULTE/DPA Zer­stört ein Feu­er ei­ne Woh­nung kom­plett, kann das Fol­gen für den Miet­ver­trag ha­ben.

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