Staat will bei Whats­App mit­le­sen

In­nen­mi­nis­ter su­chen im Kampf ge­gen Kri­mi­na­li­tät und Ex­tre­mis­mus neue Re­zep­te

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

SAAR­BRÜ­CKEN (dpa) - Schär­fe­re Maß­nah­men für die In­ne­re Si­cher­heit sind ein strit­ti­ges The­ma der Gro­ßen Ko­ali­ti­on. Nun dis­ku­tie­ren dar­über am heu­ti­gen Di­ens­tag die In­nen­mi­nis­ter der Län­der in Saar­brü­cken bei ih­rer Herbst­kon­fe­renz.

Im We­sent­li­chen geht es bei dem Tref­fen um die Ar­beits­be­din­gun­gen der Po­li­zei, das Waf­fen­recht, Stra­fen für Ver­kehrs­sün­der so­wie den An­tiTer­ror-Kampf. Zwar ste­hen ver­mut­lich kei­ne Be­schlüs­se zur Ter­ror­be­kämp­fung an, aber si­cher wird dar­über ge­spro­chen. Der saar­län­di­sche Res­sort­chef Klaus Bouil­lon (CDU), der­zeit Vor­sit­zen­der der In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz (IMK), hat et­wa ei­ne nach­träg­li­che Über­prü­fung sy­ri­scher Flücht­lin­ge ge­for­dert, die vor dem 1. Ja­nu­ar 2016 oh­ne Ein­zel­fall­prü­fung nach Deutsch­land ka­men. Es ge­be Zehn­tau­sen­de von Ein­ge­reis­ten, de­ren Iden­ti­tät nicht ge­prüft sei. The­ma der IMK wird auch ei­ne ver­stärk­te Vi­deo­über­wa­chung sein.

Bouil­lon for­dert recht­li­che Mög­lich­kei­ten zur Über­wa­chung von Mes­sen­ger-Di­ens­ten wie Whats­App. „Wir brau­chen ein Ge­setz, das die­se zur Aus­kunft ver­pflich­tet“, sag­te er. Denn die Be­hör­den sei­en im Kampf ge­gen or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät und Ter­ro­ris­mus der­zeit nicht in der La­ge, Kom­mu­ni­ka­ti­on über Mes­sen­gerDi­ens­te nach­zu­ver­fol­gen.

Seit Lan­gem wird über ei­nen bes­se­ren Schutz von Po­li­zis­ten im Ein­satz dis­ku­tiert. Ei­ne Ei­ni­gung ist hier auf dem Weg. Nach­dem die Mi­nis­ter im Som­mer ei­ne ent­spre­chen­de Auf­for­de­rung an Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) rich­te­ten, will die­ser bis Jah­res­en­de ei­nen Ge­setz­ent­wurf vor­le­gen. Bei schwe­ren Fäl­len sol­len min­des­tens sechs Mo­na­te Haft ver­hängt wer­den. 2015 wur­den 64 000 Po­li­zis­ten Op­fer von Ge­walt­ta­ten.

Ne­ben Maas (SPD) wol­len vie­le In­nen­mi­nis­ter im Kampf ge­gen Ex­tre­mis­ten das Waf­fen­recht ver­schär­fen. Es sei in­ak­zep­ta­bel, dass die­se le­gal Waf­fen be­sit­zen könn­ten, sag­te der hes­si­sche In­nen­mi­nis­ter Pe­ter Beuth (CDU). Er for­der­te, dass ei­ne Re­gel­ab­fra­ge der Be­hör­den beim Ver­fas­sungs­schutz zur Pflicht wird, be­vor ein Waf­fen­schein er­teilt oder ver­län­gert wird. In Hes­sen wer­de dies be­reits prak­ti­ziert, sag­te er.

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