Küss­chen für Ma­ma Ma­ria

French Open: Die Saul­gaue­rin trifft auf Si­mo­na Halep

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - SPORT -

PA­RIS (SID/dpa) - Den be­son­de­ren Sieg ih­rer Mut­ter be­kam Char­lot­te gar nicht mit. Die Drei­jäh­ri­ge mit den wun­der­ba­ren Lo­cken spiel­te fröh­lich im „Pro­fi“-Kin­der­gar­ten von Roland Gar­ros, als Tat­ja­na Ma­ria ih­ren Zweit­run­den-Ein­zug bei den French Open per­fekt mach­te. Das Küss­chen der klei­nen Char­lot­te gab es nach dem 6:4, 6:1 der Welt­rang­lis­ten-102. Ma­ria ge­gen Duan Yin­gYing (Chi­na) dann eben mit ein biss­chen Ver­zö­ge­rung.

Glaubt man Tat­ja­na Ma­ria, dann wer­den sich in den nächs­ten Jah­ren im­mer mehr Kol­le­gin­nen die Be­loh­nung ih­res Nach­wuch­ses ab­ho­len kön­nen. „Vie­le wol­len ein­fach Fa­mi­lie ha­ben. Das The­ma ist ak­tu­el­ler ge­wor­den, weil man in­zwi­schen viel län­ger auf der Tour spie­len kann“, sag­te die 29-jäh­ri­ge Bad Saul­gaue­rin – und lä­chel­te zu­frie­den.

Tat­ja­na Ma­ria selbst ist das bes­te Bei­spiel da­für, dass Fa­mi­lie und das reis­ein­ten­si­ve Le­ben als Ten­nis­pro­fi in­zwi­schen auch für Frau­en gut un­ter ei­nen Hut zu brin­gen sind. Drei Spie­le­rin­nen im Cir­cuit ha­ben Kin­der – Char­lot­tes liebs­te Spiel­ge­fähr­tin ist der­zeit die gleich­alt­ri­ge Ka­rin , die Toch­ter der Ukrai­ne­rin Ka­te­ry­na Bon­da­ren­ko (WTA-Nr. 92).

Ma­ria, seit 2013 mit ih­rem fran­zö­si­schen Coach Charles Edouard Ma­ria ver­hei­ra­tet und in Flo­ri­da le­bend, trifft in Pa­ris am heu­ti­gen Don­ners­tag auf die Ru­mä­nin Si­mo­na Halep (Nr. 3). Druck macht sie sich kei­nen, auch nicht als ei­ne von nur noch zwei Deut­schen im Tur­nier: „Ich bin ein­fach nur über­glück­lich, dass ich wei­ter da­bei bin.“

Die frü­he­re Fed-Cup-Spie­le­rin, auch un­ter ih­rem Mäd­chen­na­men Tat­ja­na Ma­lek be­kannt, spiel­te noch, als sie be­reits im drit­ten Mo­nat schwan­ger war. Nur knapp vier Mo­na­te nach Char­lot­tes Ge­burt kehr­te Ma­ria zu­rück in den Pro­fi­be­trieb. „Seit­dem ge­nie­ße ich al­les viel mehr, es ist viel schö­ner“, sag­te sie, die in der Ba­by­pau­se auch ih­re beid­hän­di­ge Rück­hand ab­leg­te – und sie mitt­ler­wei­le ein­hän­dig spielt. Auch das mo­bi­le Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men Ma­ria läuft: Tat­ja­nas Mut­ter Mar­git und die Schwie­ger­el­tern hel­fen bei der Be­treu­ung der En­ke­lin.

Ih­re höchs­te Rang­lis­ten­plat­zie­rung (Po­si­ti­on 62) er­reich­te Tat­ja­na Ma­ria be­zeich­nen­der­wei­se als Ma­ma. Kein Ein­zel­fall: Die Bel­gie­rin Kim Cli­js­ters hol­te drei ih­rer vier Grand-Slam-Ti­tel nach der Ge­burt von Toch­ter Ja­da. „Es war ein­fach die idea­le In­spi­ra­ti­on. Ich hat­te ei­ne ganz an­de­re Leich­tig­keit und ein noch tie­fe­res Glücks­ge­fühl“, sag­te die ehe­ma­li­ge Num­mer 1 da­mals. Mitt­ler­wei­le hat die 33-Jäh­ri­ge drei Kin­der.

FO­TO: DPA

Bis­her ist Pa­ris ein Ge­nuss: Tat­ja­na Ma­ria.

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