„Zu­erst der Mensch und dann der Stra­ßen­ver­kehr“

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN -

Zum Be­richt „Wir füh­len uns nicht ernst ge­nom­men“(SZ, 12. Ju­ni), dem Be­richt der Stadt zur Ver­kehrs­schau und der Ver­kehrs­si­tua­ti­on in Hat­zen­wei­ler:

„Als Un­ter­zeich­ner des Be­geh­rens ha­be ich mich nur mit Bauch­schmer­zen dar­an be­tei­ligt. Das Er­geb­nis des Be­rich­tes in Wort, Art und Wei­se ist nicht neu und schon seit Jah­ren be­kannt, oh­ne dass sich da­zu über­haupt et­was be­wegt. Der er­eig­ne­te Un­fall wird, wenn über­haupt, nur be­dau­er­li­cher­wei­se zur Kennt­nis ge­nom­men. Eben­so die be­harr­li­che Ver­wei­ge­rung der Be­hör­den zu die­ser Si­tua­ti­on. Dies gilt üb­ri­gens für die gan­ze Stre­cke von Lot­ten­müh­le bis Hil­tens­wei­ler. Nur Ali­bi­ver­kehrs­re­ge­lun­gen, um sich aus der Ver­ant­wor­tung zu zie­hen.

Wenn man die­sen Be­richt zu der statt­ge­fun­den Ver­kehrs­schau liest, kann man dar­aus nur ei­nes ab­lei­ten: dass die Vor­ga­be lau­tet „Zu­erst der Stra­ßen­ver­kehr und dann der Mensch“. Die rich­ti­ge Vor­ga­be müss­te lau­ten: „Zu­erst der Mensch und dann der Stra­ßen­ver­kehr“. Je­des Ge­setz, Vo­r­ord­nung und auch Di­enst­an­wei­sung be­inhal­tet auch ei­nen Er­mes­sens­spiel­raum, der hier nach dem oben ge­nann­ten Mot­to sei­tens der Be­hör­den an­ge­wen­det wer­den soll­te.

Im ein­zel­nen zu den Punk­ten: Hin­weis­schild für que­ren­de Fuß­gän­ger – das ist oh­ne an­heim­ge­hen­de Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung und der not­wen­di­gen Si­che­rung der Que­rungs­mög­lich­keit wie Über­gangs­ein­rich­tung mit Ver­kehrs­tei­ler ei­ne Far­ce. Des­wei­te­ren die Prü­fung ei­ner Aus­leuch­tung der Hal­te­stel­le, auch das ist ei­ne Far­ce. Ers­tens fährt zu der Zeit der mög­li­chen Aus­leuch­tung kein Bus, au­ßer in we­ni­gen Mo­na­ten des Win­ter­halb­jah­res. In die­ser Jah­res­zeit ist we­gen des Fluss­tals auch noch ei­ne Ne­bel­si­tua­ti­on mit ein­her­ge­hend.

Auch in Hat­zen­wei­ler ha­ben wir den Um­stand der äl­ter wer­den­den Be­völ­ke­rung und da­mit der Er­for­der­nis ei­ner si­che­ren Stra­ßen­que­rung zum Er­rei­chen der Bus­hal­te­stel­le. Die An­brin­gung des Ver­kehrs­zäh­lers ist un­sach­ge­mäß, weil der Ver­kehr der Gast­wirt­schaft mit ein­be­zo­gen wird und da­mit sta­tis­tisch die Wer­te ver­fälscht wer­den.

Man hat er­heb­li­che Zwei­fel, ob die zu­stän­di­gen Be­hör­den in sol­chen Fäl­len das Ge­mein­wohl der Bür­ger­schaft über­haupt er­ken­nen und im Blick ha­ben. Das ist kei­ne Grund­la­ge des Ver­trau­ens der Men­schen ge­gen­über den Be­hör­den. Dar­aus ab­lei­tend kann man sich der Er­kennt­nis nicht ver­schlie­ßen, dass es sich um ei­ne von den Be­hör­den ge­dul­de­te Renn­stre­cke han­delt.

Selbst wenn durch die Staats­an­walt­schaft der Be­trof­fen in ge­wis­ser Wei­se ein Teil ei­ner Selbst­ver­schul­dung an­ge­las­tet wer­den soll­te, kann das kein An­lass für die Be­hör­den sein, sich dann da­mit aus der Ver­ant­wor­tung zu zie­hen.“

Hu­bert Jud, Hat­zen­wei­ler

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