Tes­ta­ment nach Hei­rat noch gül­tig

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - ERBRECHT -

Le­bens­ver­hält­nis­se än­dern sich. Die Fol­gen kön­nen mit­un­ter weit­rei­chend sein. So kann es et­wa pas­sie­ren, dass die ge­setz­li­che Erb­fol­ge durch ei­ne Hoch­zeit ei­ne an­de­re ist. Ein vor der Ehe er­stell­tes Tes­ta­ment kann aber trotz­dem noch sei­ne Gül­tig­keit be­hal­ten, wie ei­ne Ent­schei­dung des Kam­mer­ge­richts Berlin (KG) zeigt (Az.: 6 W 54/15), auf die die Ar­beits­ge­mein­schaft Er­brecht des Deut­schen An­walts­ver­eins (DAV) hin­weist.

In dem ver­han­del­ten Fall hat­te der Erb­las­ser 2005 ein Tes­ta­ment er­rich­tet. Hie­rin setz­te er sei­ne Toch­ter zur Al­lein­er­bin ein. Ei­ni­ge Jah­re spä­ter hei­ra­te­te er. Sein Tes­ta­ment än­der­te er aber nicht. Nach der Hoch­zeit be­sprach er mit sei­ner Toch­ter, was nach sei­nem Tod mit sei­nen Im­mo­bi­li­en pas­sie­ren soll. Sei­ne Ge­dan­ken fi­xier­te er auch schrift­lich. Nach dem Tod ih­res Ehe­man­nes focht die Ehe­frau das Tes­ta­ment an. Sie sah sich als Mi­ter­bin.

Zu Un­recht, ur­teilt das Kam­mer­ge­richt: Der Erb­las­ser hät­te die Ver­fü­gung zu­guns­ten sei­ner Toch­ter auch trotz der Ehe­schlie­ßung ge­trof­fen. Er wuss­te um die ge­setz­li­che Mi­ter­ben­stel­lung sei­ner Ehe­frau. Gleich­wohl ver­fass­te er kein neu­es Tes­ta­ment. Viel­mehr be­sprach er sei­ne Über­le­gun­gen al­lein mit sei­ner Toch­ter. Dass er sie als sei­ne Er­bin an­sah, zei­gen auch sei­ne schrift­li­chen Über­le­gun­gen zum Um­gang mit den Im­mo­bi­li­en nach sei­nem Tod. (dpa)

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