Hun­de­be­sit­zer müs­sen zah­len

Ge­mein­de­rat er­höht die Hun­de­steu­er – Wein­gar­ten nun mit Spit­zen­satz im Land­kreis

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - OBERSCHWABEN - Von Oli­ver Lin­sen­mai­er

WEIN­GAR­TEN - Die Hun­de­hal­ter in Wein­gar­ten wer­den zur Kas­se ge­be­ten. Der Ge­mein­de­rat hat in sei­ner jüngs­ten Sit­zung die Hun­de­steu­er von 90 auf 100 Eu­ro für den ers­ten Hund in der Fa­mi­lie an­ge­ho­ben. Die Maß­nah­me greift ab dem kom­men­den Jahr. Da­mit schließt Wein­gar­ten zu Bad Wald­see auf. In kei­ner an­de­ren Kom­mu­ne im Land­kreis kos­tet der so­ge­nann­te Erst­hund so viel. Doch rich­tig teu­er wird es für die Kampf­hund-Be­sit­zer. Der Ge­mein­de­rat hat die Hun­de­steu­er um mehr als 40 Pro­zent er­höht. Doch in manch an­de­rer Kom­mu­ne im Land­kreis kos­tet ein Kampf­hund noch viel mehr Geld.

Not­wen­dig macht die Hun­de­steu­er­an­he­bung in Wein­gar­ten die drän­gen­de Haus­halts­kon­so­li­die­rung. Durch die Auf­la­gen des Re­gie­rungs­prä­si­di­ums Tü­bin­gen muss die Käm­me­rei bis 2020 ein bis zwei Mil­lio­nen Eu­ro pro Haus­halts­jahr spa­ren. Da­her hat der Ge­mein­de­rat in sei­ner Sit­zung am Mon­tag di­ver­se Maß­nah­men, un­ter an­de­rem auch die Ab­schaf­fung der Klos­ter­fest­spie­le (die SZ be­rich­te­te), auf den Weg ge­bracht. Doch sol­len auch klei­ne­re Pos­ten ei­nen Bei­trag brin­gen. So auch die Er­hö­hung der Hun­de­steu­er. Die Stadt­ver­wal­tung rech­net mit gut 6300 Eu­ro im Jahr.

Ak­tu­ell gibt es in Wein­gar­ten 572 Erst­hun­de und 19 wei­te­re Hun­de. Das bringt ak­tu­ell knapp 55 000 Eu­ro an Steu­er­ein­nah­men, die auf rund 61 000 Eu­ro an­stei­gen dürf­ten. Da­bei sind auch be­reits die Ein­nah­men durch die Kampf­hun­de mit in­be­grif­fen. Doch letzt­lich ist de­ren An­teil ver­schwin­dend ge­ring. In Wein­gar­ten le­ben ak­tu­ell gera­de ein­mal fünf Kampf­hun­de von de­nen vier nicht als sol­che de­kla­riert wer­den, weil sie die so­ge­nann­te We­sens­prü­fung er­folg­reich ab­sol­viert ha­ben. Da­durch wer­den sie auch bei der Steu­er wie al­le an­de­ren Hund ge­führt. Nur ein ein­zi­ger Hund ist in Wein­gar­ten als Kampf­hund re­gis­triert. Die­ser kommt sei­ne Be­sit­zer rich­tig teu­er zu­ste­hen. Bis­lang ver­lang­te die Stadt pro Kampf­hund 420 Eu­ro. Doch durch den Ge­mein­de­rats­be­schluss am Mon­tag muss ein Hun­de­be­sit­zer für sei­nen Kampf­hund oh­ne er­folg­reich be­stan­de­nen We­sens­test künf­tig 600 Eu­ro im Jahr zah­len.

Kampf­hun­de be­son­ders teu­er

Im Ver­gleich zu an­de­ren Kom­mu­nen be­wegt sich Wein­gar­ten da­mit eben­falls im vor­de­ren Mit­tel­feld und vor Wan­gen (336 Eu­ro), Ra­vens­burg (480 Eu­ro) oder Ba­indt (500 Eu­ro). In Au­len­dorf, Kiß­legg und Schlier kos­tet der ers­te Kampf­hund eben­falls 600 Eu­ro, in Fronreute sind es 640 Eu­ro. Un­an­ge­foch­ten und mit wei­tem Ab­stand an der Spit­ze lie­gen Bai­en­furt und Berg. Dort wer­den 1600 be­zie­hungs­wei­se 1500 Eu­ro für den ers­ten Kampf­hund ver­langt. Der zwei­te Kampf­hund wür­de dann je­weils noch ein­mal 1000 Eu­ro kos­ten. In Wein­gar­ten müss­te man für ei­nen zwei­ten Kampf­hund künf­tig 840 Eu­ro zah­len. Al­ler­dings ist es auch in an­de­ren Ge­mein­den üb­lich, dass der zwei­te Kampf­hund noch ein­mal deut­lich teue­rer ist. In Wan­gen sind es bei­spiels­wei­se 672 Eu­ro, in Ra­vens­burg 960 Eu­ro in Ba­indt 900 Eu­ro.

Am güns­tigs­ten sind ZweitKampf­hun­de in Eich­ste­gen (480 Eu­ro) und Wolpertswende. Al­ler­dings kos­tet in Eich­ste­gen der ers­te Kampf­hund auch nur 240 Eu­ro. In Wol­perst­swen­de sind es 480 Eu­ro.

In Sa­chen Hun­de­steu­er für nor­ma­le Zweit­hun­de liegt Wein­gar­ten auch weit, aber nicht ganz vor­ne. Am teu­ers­ten kommt ein zwei­tes Tier die Hun­de­be­sit­zer in Bad Wald­see zu ste­hen. Dort wer­den 200 Eu­ro ver­langt. In Au­len­dorf muss man 190 Eu­ro für den zwei­ten Hund zah­len. Wein­gar­ten liegt mit 180 Eu­ro gleich­auf mit Ra­vens­burg. Es fol­gen Wan­gen (168 Eu­ro), Bai­en­furt und Fronreute (je­weils 160 Eu­ro) und Berg (150 Eu­ro). Am güns­tigs­ten ist ein zwei­ter Hund er­neut in Eich­ste­gen. Gera­de ein­mal 60 Eu­ro muss der Hun­de­be­sit­zer zah­len. Für das ers­te Tier sind es dort im üb­ri­gen 30 Eu­ro.

Ei­ne Er­hö­hung in 20 Jah­ren

Oh­ne­hin ver­deut­licht der Blick auf die Zah­len, dass Wein­gar­ten mit den 100 Eu­ro der nor­ma­len Hun­de­steu­er für Erst­hun­de wirk­lich teu­er ist. Die meis­ten Ge­mein­den im Land­kreis ver­lan­gen zwi­schen 50 und 75 Eu­ro für den Erst­hund. In die Nä­he von Wein­gar­ten und Bad Wald­see kom­men nur Au­len­dorf (95 Eu­ro), Ra­vens­burg (90 Eu­ro), Wan­gen (84 Eu­ro) so­wie Bai­en­furt und Fronreute mit je­weils 80 Eu­ro. Den­noch liegt die Steu­er­er­hö­hung im­mer noch im Rah­men. Seit 1997 wur­de die Hun­de­steu­er ei­gent­lich nur ein­mal er­höht. Im Jahr 2011 wur­de sie von 60 auf 90 Eu­ro an­ge­passt. 2002 hat­te es die Um­stel­lung von D-Mark (120) auf Eu­ro (60) ge­ge­ben, al­ler­dings oh­ne die Steu­ern zu er­hö­hen.

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