Vor­erst doch kein Tem­po 130 auf der A 81

CDU-Land­tags­frak­ti­on wehrt sich ge­gen Plä­ne des Ver­kehrs­mi­nis­ters

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WIR IM SÜDEN - Von Ka­ra Ball­arin

STUTT­GART - Die CDU im ba­den­würt­tem­ber­gi­schen Land­tag wehrt sich ge­gen Tem­po­li­mits auf der Au­to­bahn 81 zwi­schen Sin­gen und Stutt­gart. Ver­kehrs­mi­nis­ter Win­fried Her­mann (Grü­ne) hat­te sich für ei­ne Be­schrän­kung auf 130 St­un­den­ki­lo­me­ter stark ge­macht, um ei­ne Hand­ha­be ge­gen il­le­ga­le Au­to­ren­nen zu ha­ben. Kon­kret geht es um Teil­stü­cke zwi­schen dem Drei­eck Bad Dür­rheim und dem Kreuz He­gau.

Ver­kehrs­mi­nis­ter Her­mann will die Ge­schwin­dig­keit in bei­de Fahrt­rich­tun­gen auf ei­nem Ab­schnitt von rund 25 Ki­lo­me­tern be­schrän­ken. Er ar­gu­men­tiert mit der Ver­kehrs­si­cher­heit, und über die „kann man po­li­tisch nicht strei­ten“, sag­te er am Di­ens­tag in Stutt­gart. Auf der Stre­cke fän­den nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen il­le­ga­le Au­to­ren­nen statt. Um die­se aus­zu­brem­sen, sei Tem­po 130, ver­bun­den mit un­an­ge­kün­dig­ten Kon­trol­len der Po­li­zei, nö­tig. „Ich ha­be rich­tig gro­ße Sor­gen, dass da was rich­tig Schlim­mes pas­siert.“

Das In­nen­mi­nis­te­ri­um hat­te in­des für Ge­schwin­dig­keits­be­schrän­kun­gen auf zwei Stre­cken­ab­schnit­te auf je zwei und sechs Ki­lo­me­tern Län­ge plä­diert. Das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um ver­warf den Vor­schlag, weil er nicht wirk­sam ge­nug ge­gen die Ren­nen sei.

Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit

FDP-Frak­ti­ons­chef Hans-Ul­rich Rül­ke be­schei­nigt Her­mann ei­nen „Fe­tisch Tem­po­li­mit auf der A 81“und wirft ihm vor, „il­le­ga­le Ren­nen, die es gar nicht gibt“, zu er­fin­den. Die CDU-Frak­ti­on tut das nicht, hat aber gro­ße Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit sol­cher aus­ge­dehn­ten Tem­po­li­mits. „Wir wer­den die­ser Ein­schrän­kung nur un­ter dem Vor­be­halt der recht­li­chen Zu­läs­sig­keit zu­stim­men kön­nen“, er­klärt CDU-Frak­ti­ons­chef Wolf­gang Rein­hart. Das heißt: Wenn es Kla­gen ge­gen Tem­po­li­mits ge­ben soll­te, und da­von geht die CDU-Frak­ti­on aus, soll sich aus­schließ­lich das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um da­mit be­fas­sen. Die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung set­ze ho­he An­for­de­run­gen an Ge­schwin­dig­keits­be­schrän­kun­gen. „Ob die­se in dem be­trof­fe­nen Stre­cken­ab­schnitt vor­lie­gen, der kei­nen Un­fall­schwer­punkt dar­stellt, ist sehr frag­lich“, so Rein­hart.

Her­mann kün­dig­te an, auf den Wunsch der CDU-Frak­ti­on ein­zu­ge­hen und die Maß­nah­me noch­mal recht­lich prü­fen zu wol­len. In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl (CDU) ver­wies da­bei auf die Ver­schär­fun­gen für Au­to­ren­nen und Ra­sen im Straf­ge­setz, die der Bun­des­tag jüngst be­schlos­sen hat. Mit die­ser Ver­schär­fung ge­be es ei­ne wei­te­re Hand­ha­be, so Her­mann, „aber es gibt Zwi­schen­be­rei­che“, und die sei­en nicht ab­ge­deckt.

Der Ko­ali­ti­ons­aus­schuss aus Grü­nen und CDU will sich am 18. Ju­li er­neut mit die­ser Fra­ge be­schäf­ti­gen.

FO­TO: DPA

Die A 81 bei Gei­sin­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.