Kin­der­fest­thea­ter fei­ert ge­lun­ge­ne Pre­mie­re

„Herr der Die­be“be­geis­tert Pu­bli­kum: Span­nend und mit vie­len Darstel­lern.

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - ERSTE SEITE - Von Ed­gar Rohmert

WAN­GEN - „Noch nie wur­de Ve­ne­dig so schön in Sze­ne ge­setzt wie heu­te Abend.“So brach­te es OB Micha­el Lang am Sams­tag­abend nach der Pre­mie­re des Kin­der­fest­thea­ters in sei­nem Dan­kes­wort an die Schau­spie­ler und de­ren El­tern auf den Punkt. Auch Mar­kus Or­sin­g­her, Vor­sit­zen­der des Kin­der­fest­ko­mi­tees, lob­te die tol­le Ku­lis­se, die wun­der­ba­ren Ko­s­tü­me und Mas­ken, die groß­ar­ti­ge schau­spie­le­ri­sche Leis­tung der Kin­der und die mu­si­ka­li­sche Un­ter­stüt­zung des Per­cus­sion-En­sem­ble Würt­tem­ber­gi­sches All­gäu un­ter der Lei­tung von Uwe Ei­che­le.

Was die Re­gie und Ge­samt­lei­tung mit Su­san­ne Bru­nold, Silvia Bru­nold, Meike Eng­ler, Uschi Pe­ters und Son­ja Vo­che­zer mit ih­ren jun­gen Schau­spie­lern die­ses Jahr mit dem „Herrn der Die­be“auf die Büh­ne brin­gen, ist ei­ne wah­re Ener­gie-und Meis­ter­leis­tung. Vor al­lem: Es bringt Kin­der und Er­wach­se­ne noch nä­her zu­sam­men, mit ih­ren Träu­men und Sehn­süch­ten. Denn wer hat nicht schon als Kind da­von ge­träumt, end­lich er­wach­sen zu sein, und als Er­wach­se­ner, wie­der Kind sein zu dür­fen.

Wett­streit zwi­schen Kind­sein und Er­wach­sen­sein

Ein ma­gi­sches Ka­rus­sell, das aus Kin­dern Er­wach­se­ne macht, steht im Mit­tel­punkt des dies­jäh­ri­gen Kin­der­fest­thea­ters. Lei­der ist ein Lö­wen­flü­gel die­ses Ka­rus­sells ver­lo­ren ge­gan­gen, und es kann sich erst wie­der dre­hen, wenn der Flü­gel ge­fun­den wird. Die Cont­es­sa (Lot­ta Vo­che­zer, Ni­na von Ma­lot­ki / als Kind: Julia Hä­di­cke, Ca­ro­li­na Lang) als Be­sit­ze­rin des Ka­rus­sells be­auf­tragt Sci­pio (Noah Thiel, Fran­zis­kus Kauf), den Herrn der Die­be, den ver­lo­ren ge­gan­ge­nen Flü­gel auf­zu­spü­ren und zu steh­len, ge­gen ei­ne groß­zü­gi­ge Be­loh­nung. Ein aben­teu­er­li­ches Un­ter­fan­gen! Denn ab jetzt gibt es ei­nen Wett­streit zwi­schen Freund­schaft und Ver­rat, Wahr­heit und Lü­ge, Kind­sein und Er­wach­sen­sein.

Pri­vat­de­tek­tiv Vic­tor Getz ( Lu­ca Stei­gen­ber­ger, Mo­ritz Kü­bel­beck), der ei­gent­lich auf der Su­che nach zwei ver­lo­ren ge­gan­ge­nen Kin­dern ist, freun­det sich als Ge­fan­ge­ner mit ei­ner Kin­der­ban­de an, und ver­rät ih­nen, das Sci­pio, ihr An­füh­rer, sei­ne spek­ta­ku­lä­ren Ein­brü­che nur vor­ge­täuscht ha­be. In Wirk­lich­keit stam­me das Die­bes­gut nur aus dem Haus sei­nes Va­ters Dr. Mas­si­mo ( Ju­li­us Stei­de­le, Frie­der Lont­zek). Dar­auf­hin be­schlie­ßen die Kin­der Bo (Ma­til­da Wel­te, Cla­ra Schnel­ler), Pro­sper (Mi­scha Eng­lert, Ja­kob Po­gut­ter), We­s­pe (Ma­xi­ne Schäd­ler, De­bo­ra Mor­gen­tha­ler), Wan­da (Si­en­na Sol­bach, Car­la Schä­fer), Ric­cio ( Do­mi­nic La­den­bur­ger, Si­mon Sorms), und Mo­s­ca ( Ali­na Tur­ra, Cla­ra Krei­ter), den Flü­gel al­lei­ne zu steh­len. Die Ge­schich­te nimmt ei­nen aben­teu­er­li­chen Ver­lauf, die an Span­nung kaum zu über­bie­ten ist. Die fle­xi­ble Buch­sta­ben­ku­lis­se mit dem Wort VE­NE­DIG ist in stän­di­ger Be­we­gung, ge­nau­so wie die vie­len Schau­spie­ler, die in atem­be­rau­ben­den Tem­po zur Hin­ter­grund­mu­sik zwi­schen den bun­ten Buch­sta­ben hin­und her hu­schen. Gran­di­os!

„Er­wach­sen sein – es ist ein groß­ar­ti­ges Ge­fühl!“Für Sci­pio, dem Herrn der Die­be, geht die­ser Kind­heits­traum kurz­zei­tig in Er­fül­lung, doch die Er­nüch­te­rung folgt auf den Fuß – De­tek­tiv Vic­tor macht ihn zu sei­nem Mit­strei­ter: „Jetzt ist er er­wach­sen, und schon muss er ar­bei­ten!“Da­mit hat das Klau­en ein En­de.

Das Stück fas­zi­niert nicht al­lein durch den In­halt, son­dern ins­be­son­de­re durch die Ins­ze­nie­rung mit ge­heim­nis­vol­len Mas­ken, Büh­nen­bild, Ko­s­tü­men, Ka­rus­sell- und Büh­nen­Fi­gu­ren. Bril­lant da­zu die mu­si­ka­li­sche Gestal­tung mit „Mis­si­on Im­pos­si­ble“, „Bar­ca­ro­le“, „Pink Pan­ther“, „No fe­ar, no doubt“, „Berg­kö­nig“, „Oye co­me va“und „O so­le Mio“. Jo­han­nes Kä­che­le, Ma­xi­mi­li­an Lan­ger, Pris­ka Kel­ler, Jo­na­than Mörsch und Jo­han­nes Pol­kow­ski zau­bern ei­ne Mu­sik- und Ge­räusch­ku­lis­se her­vor, die dem Stück den fas­zi­nie­ren­den Flair von Ve­ne­dig ein­haucht. Ei­ne wun­der­ba­re Pre­mie­re, der wei­te­re Auf­füh­run­gen fol­gen wer­den.

FO­TO: ROHMERT

FO­TO: ROHMERT

Tol­le schau­spie­le­ri­sche Leis­tun­gen bo­ten die jun­gen Darstel­ler des Kin­der­fest­thea­ters am Sams­tag­abend bei der Pre­mie­re. Auch die bun­ten „Ve­ne­dig“Buch­sta­ben hat­ten ei­ne wich­ti­ge Funk­ti­on in der Ge­samt­ku­lis­se.

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