„Pa­ra­graf 13b wirf ver­ein­bar­te Zie­le zur Flä­chen­scho­nung über Bord“

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN -

Zur Be­richt­er­stat­tung über die Aus­wei­sung von Bau­land in Wan­gen und zur Dis­kus­si­on um den neu­en Pa­ra­gra­fen 13b im Bun­des­bau­ge­setz er­reich­te uns fol­gen­de Zu­schrift: „In schö­ner Re­gel­mä­ßig­keit liest und hört man vom be­schleu­nig­ten Ar­ten­ster­ben in Deutsch­land, spe­zi­ell Vö­gel und In­sek­ten be­tref­fend. Dies scheint aber, an­ge­fan­gen bei vie­len un­se­rer Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, bis hin­auf in die Bun­des­po­li­tik kaum je­man­den zu in­ter­es­sie­ren. Oder wie soll die jüngs­te Än­de­rung des Bun­des­bau­ge­set­zes sonst zu er­klä­ren sein? Im neu­en § 13b wird die Aus­wei­sung von Wohn­ge­bie­ten im Au­ßen­be­reich we­sent­lich er­leich­tert. Si­cher ha­ben wir mo­men­tan Wahl­kampf­zei­ten, das recht­fer­tigt aber die­se von CDU/CSU in­iti­ier­te, un­ver­ant­wort­li­che Art des Aus­ver­kaufs un­se­rer Au­ßen­flä­chen in keins­ter Wei­se.

Mit den be­ste­hen­den Ge­set­zen und Re­gu­la­ri­en ist es bis jetzt nicht ge­lun­gen, den Flä­chen­ver­brauch, mit dem das Ar­ten­ster­ben na­tür­lich grund­le­gend zu­sam­men­hängt, wirk­sam ein­zu­däm­men. Was ist al­so die wahn­wit­zi­ge Kon­se­quenz? Klar, wir er­leich­tern die Zer­sie­de­lung un­se­rer Land­schaft und den Ver­brauch von Land­wirt­schafts- und Na­tur­flä­chen noch zu­sätz­lich durch ge­setz­li­che Än­de­run­gen. Wir wer­fen Ver­ein­ba­run­gen zur ver­stärk­ten In­nen­be­reichs­nut­zung und erst jüngst for­mu­lier­te Zie­le zur Flä­chen­scho­nung ein­fach über Bord. Wir er­mög­li­chen Wohn­bau­ge­bie­te die eben nicht nur bis zu 10 000 Qua­drat­me­ter über­bau­ba­re Flä­che um­fas­sen, son­dern de­ren Brut­to­flä­che in der Re­gel zwei bis drei­mal so groß ist.

Das Gan­ze, oh­ne die be­währ­ten In­stru­men­te der Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fung, des Flä­chen­aus­gleichs und der früh­zei­ti­gen Öf­fent­lich­keits­be­tei­li­gung. Dies dann auch noch fa­den­schei­nig mit der Schaf­fung be­zahl­ba­ren Wohn­raums zu be­grün­den, ist schon fast lus­tig. Denn selbst den Be­für­wor­tern die­ser Bau­be­schleu­ni­gung dürf­te klar sein, dass in bes­ter Wohn­la­ge, auf grü­ner Wie­se kaum so­zia­ler Woh­nungs­bau be­trie­ben wer­den wird. Rai­ner Häck­ler, Leut­kirch

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