BGH er­laubt Bank­ge­büh­ren für SMS-TAN mit Ein­schrän­kun­gen

Ur­teil ent­las­tet Kun­den nur in be­stimm­ten Fäl­len

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WIRTSCHAFT -

KARLS­RU­HE (dpa) - Ban­ken und Spar­kas­sen dür­fen ih­ren Kun­den beim On­li­ne-Ban­king den Ver­sand der Trans­ak­ti­ons­num­mern (TAN) per SMS ex­tra be­rech­nen. Vor­aus­set­zung da­für ist al­ler­dings, dass die Num­mer auch tat­säch­lich für ei­nen Zah­lungs­auf­trag ge­nutzt wird. Das geht aus ei­nem am Di­ens­tag ver­kün­de­ten Ur­teil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) her­vor. Nicht zu­läs­sig ist es da­mit bei­spiels­wei­se, pau­schal zehn Cent je ver­schick­ter SMS-TAN zu kas­sie­ren.

Die Num­mern wer­den be­nö­tigt, um on­li­ne ei­ne Über­wei­sung, ein Last­schrift­man­dat oder ei­nen Dau­er­auf­trag ab­zu­schi­cken. Der Kun­de be­stä­tigt sei­ne Ein­ga­ben, in­dem er die Zah­len­fol­ge ein­tippt. Die­se Si­cher­heits­ab­fra­ge soll beim On­li­ne-Ban­king vor Be­trü­gern schüt­zen, die mit tech­ni­schen Tricks ver­su­chen, frem­de Kon­ten leer­zu­räu­men.

Ei­ne „aus­nahms­lo­se Be­prei­sung“der SMS-TANs sei nicht un­zu­läs­sig, ur­teil­te der BGH. Die Ge­bühr wür­de an­sons­ten auch dann er­ho­ben, wenn der Kun­de die TAN et­wa we­gen ei­nes be­grün­de­ten Phis­hing-Ver­dachts nicht ein­setzt, wenn die TAN we­gen Über­schrei­tung der zeit­li­chen Gel­tungs­dau­er nicht ver­wen­det wird, oder wenn der Zah­lungs­auf­trag dem Geld­haus et­wa we­gen ei­nes tech­ni­schen Feh­lers bei der Über­mitt­lung nicht zu­geht, ent­schied das Ge­richt. „Be­trof­fe­ne kön­nen die ge­zahl­ten Ent­gel­te nun für die letz­ten drei Jah­re zu­rück­for­dern“, er­klär­te Ver­brau­cher­schüt­ze­rin Hey­er.

Ne­ben dem SMS-Ver­sand gibt es noch an­de­re, oft mo­der­ne­re und si­che­re­re TAN-Ver­fah­ren. Der Emp­fang über das Mo­bil­funk­netz ist aber durch­aus ver­brei­tet: Bei den Spar­kas­sen lässt sich laut Deut­schem Spar­kas­sen­und Gi­ro­ver­band der­zeit je­der drit­te On­li­ne-Ban­king-Kun­de sei­ne Trans­ak­ti­ons­num­mern per SMS aufs Han­dy schi­cken. Die Deut­sche Kre­dit­wirt­schaft (DK) als Zu­sam­men­schluss der Ban­ken­ver­bän­de gibt an, dass man­che Häu­ser ab der ers­ten SMS ei­ne Ge­bühr ver­lan­gen, bei an­de­ren sind zum Bei­spiel nur fünf SMS im Mo­nat gra­tis. Ver­brau­cher­schüt­zer wer­fen den In­sti­tu­ten vor, die Kos­ten in im­mer mehr ein­zel­ne Ent­gel­te auf­zu­split­ten.

In der Hoff­nung auf ein Grund­satz­ur­teil zu den SMS-TANs hat­te der Bun­des­ver­band der Ver­brau­cher­zen­tra­len stell­ver­tre­tend die Kreis­spar­kas­se Groß-Gerau ver­klagt. Dort kos­te­te das On­li­ne­kon­to zwei Eu­ro im Mo­nat. Je­de SMS-TAN soll­te noch ein­mal zehn Cent kos­ten. Dem Karls­ru­her Ur­teil zu­fol­ge ist ei­ne sol­che Klau­sel oh­ne Aus­nah­men und Ein­schrän­kun­gen zu pau­schal.

Der Streit um die SMS-TAN der Spar­kas­se Groß-Gerau geht vor dem Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt wei­ter. Die Ver­brau­cher­schüt­zer hat­ten die Ge­schäfts­be­din­gun­gen nicht selbst ein­se­hen kön­nen und ih­re In­for­ma­tio­nen nur aus der Wer­bung für das Kon­to be­zo­gen. Dar­aus schlos­sen sie, dass im Preis­ver­zeich­nis die nun vom BGH be­an­stan­de­te Klau­sel „Je­de smsTAN kos­tet 0,10 (un­ab­hän­gig vom Kon­to­mo­dell)“ste­hen müs­se. Die Spar­kas­se be­strei­tet das aber.

FO­TO: DPA

Der Streit um die Ge­bühr für die SMS-TAN geht wei­ter.

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