Falsch­geld in Um­lauf ge­bracht: Vier Jah­re Haft

Zwei Ita­lie­ner kau­fen mit ge­fälsch­ten 50-Eu­ro No­ten ein – meist Klei­nig­kei­ten im gan­zen süd­deut­schen Raum

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - BLICK INS ALLGÄU - Von Micha­el Munk­ler

KEMP­TEN - Weil er min­des­tens 132 ge­fälsch­te 50-Eu­ro-Schei­ne in Ver­kehr brach­te, hat die Gro­ße Straf­kam­mer des Kemp­te­ner Land­ge­richts ei­nen 31 Jah­re al­ten Mann zu vier Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Sein 25jäh­ri­ger Kom­pli­ze er­hielt drei­ein­halb Jah­re. Mit die­sem Straf­maß folg­te die Kam­mer der For­de­rung des Staats­an­walts.

Die bei­den Män­ner hat­ten sich laut An­kla­ge­schrift die fal­schen Fünf­zi­ger in Ita­li­en be­sorgt. In Deutsch­land kauf­ten die Ita­lie­ner mit den Blü­ten dann im ge­sam­ten süd­deut­schen Raum Klei­nig­kei­ten ein – vor al­lem in Bä­cke­rei­en. Auf die­se Wei­se er­hiel­ten sie „sau­be­res“Wech­sel­geld.

Nach ei­nem Ver­stän­di­gungs­ge­spräch zwi­schen Ge­richt, Ver­tei­di­gern und Staats­an­walt­schaft leg­ten die bei­den An­ge­klag­ten ein Ge­ständ­nis ab. Sie ver­rie­ten aber nicht, von wem sie die Blü­ten in Ita­li­en ge­kauft hat­ten. Ver­mut­lich er­hiel­ten sie das Falsch­geld in Nea­pel aus Ma­fia­krei­sen, be­wie­sen ist das aber nicht. Der jün­ge­re der bei­den Tä­ter war of­fen­sicht­lich nur ei­ne Art Ge­hil­fe. Er sag­te aus, er ha­be von sei­nem Kom­pli­zen 600 Eu­ro für sei­ne Ein­kaufs­tou­ren be­kom­men, das meis­te Wech­sel­geld ha­be der 31-Jäh­ri­ge ein­ge­steckt.

In der An­kla­ge­schrift wa­ren so­gar 198 Ein­käu­fe der bei­den Män­ner mit Falsch­geld zwi­schen Sep­tem­ber und No­vem­ber 2016 auf­ge­lis­tet. Dass es sich bei ei­ner plötz­li­chen Häu­fung von Falsch­geld-Fun­den im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res um ei­nen gro­ßen, zu­sam­men­hän­gen­den Kom­plex han­del­te, war den Er­mitt­lern schnell klar: Die ge­fälsch­ten 50-Eu­ro-Schei­ne tru­gen nur drei un­ter­schied­li­che No­ten- und Plat­ten­num­mern.

Bil­der von Über­wa­chungs­ka­me­ras

Die Er­mitt­ler ka­men den bei­den Män­nern un­ter an­de­rem über Bil­der von Über­wa­chungs­ka­me­ras auf die Spur. Dort wa­ren bei­spiels­wei­se die Tä­to­wie­run­gen ei­nes Tä­ters gut zu se­hen. Über de­ren Face­book-Pro­fi­le konn­te dann die Iden­ti­tät der jun­gen Män­ner fest­ge­stellt wer­den. Ei­ne Han­dy-Funk­zel­len­aus­wer­tung zeig­te schließ­lich, wo die bei­den wa­ren und dass sie in te­le­fo­ni­schem Kon­takt stan­den. Sie sei­en dann zur Fahn­dung aus­ge­schrie­ben wor­den, schil­der­te ein Kri­po­be­am­ter als Zeu­ge. Der äl­te­re der bei­den Tä­ter wur­de schließ­lich bei der Ein­rei­se nach Deutsch­land fest­ge­nom­men. Er hat­te noch ei­ne 50Eu­ro-Blü­te bei sich. Sei­nen Kom­pli­zen nahm die ita­lie­ni­sche Po­li­zei fest. Er wur­de ei­ni­ge Ta­ge spä­ter nach Deutsch­land aus­ge­lie­fert.

Die Ver­tei­di­gung hielt für den jün­ge­ren der bei­den Tä­ter ei­ne Frei­heits­stra­fe von drei­ein­halb Jah­ren für an­ge­mes­sen, für den an­de­ren sol­le die Haft­stra­fe nicht hö­her als vier Jah­re sein. Wenn die bei­den Tä­ter Aus­kunft über die Her­kunft der Blü­ten ge­ge­ben hät­ten, wä­ren sie laut Vor­sit­zen­dem Rich­ter Gun­ther Schatz mit ei­ner ge­rin­ge­ren Stra­fe da­von­ge­kom­men. Der Straf­rah­men für Geld­fäl­schung lie­ge zwi­schen ei­nem und zehn Jah­ren.

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