Gut­ach­ten stärkt Hel­fer

EU-Staa­ten sol­len Men­schen aus See­not ret­ten

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

OSNABRÜCK (epd) - Der Ver­such Ita­li­ens, Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen bei der Ret­tung von Flücht­lin­gen im Mit­tel­meer zu be­hin­dern, ver­stößt ei­nem Gut­ach­ten zu­fol­ge ge­gen Völ­ker­recht. Das Gut­ach­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Di­ens­te des Bun­des­ta­ges un­ter­streicht die völ­ker­recht­li­che Pflicht der EU-Staa­ten, bei der Ret­tung von Men­schen aus See­not zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. Zu­dem sol­len sie auch zi­vi­len Schif­fen von Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen ei­nen Notha­fen an­bie­ten, wie die „Neue Os­na­brü­cker Zei­tung“be­rich­tet.

In dem Gut­ach­ten, das der Zei­tung vor­liegt, schrei­ben die Wis­sen­schaft­li­che Di­ens­te, die EU-Mit­glied­staa­ten hät­ten zwar ei­nen Er­mes­sens­spiel­raum. Die­ser dür­fe aber nicht da­zu füh­ren, dass die Ko­or­di­nie­rung von Ret­tungs­ak­tio­nen blo­ckiert wird oder ins Lee­re läuft.

Die Di­ens­te kom­men zu dem Er­geb­nis, dass das im Ko­dex vor­ge­se­he­ne Ver­bot, Flücht­lin­ge auf Frach­ter oder Con­tai­ner­schif­fe um­stei­gen zu las­sen, in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men wi­der­spricht. Je­der Staat müs­se da­für sor­gen, dass der Ka­pi­tän des Hil­fe leis­ten­den Schif­fes so schnell wie mög­lich die Ge­ret­te­ten ab­set­zen und sei­nen ur­sprüng­li­chen Kurs wie­der­auf­neh­men kann.

Der Ko­dex, den die meis­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen nicht un­ter­zeich­nen wol­len, sei zu­dem nicht rechts­ver­bind­lich. Nach Schät­zun­gen wer­den der­zeit mehr als 40 Pro­zent der ge­ret­te­ten Boots­flücht­lin­ge im Mit­tel­meer von pri­va­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen auf­ge­nom­men, wie die Zei­tung schreibt.

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