Me­tho­de Cris­pr/Cas9

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

Cris­pr/Cas9 ist ei­ne neue mo­le­ku­lar­bio­lo­gi­sche Me­tho­de, um das Erb­gut von Pflan­zen, Tie­ren und Men­schen ge­zielt zu ver­än­dern. Durch die mit ei­ner Hoch­prä­zi­si­ons­sche­re ver­gli­che­ne Tech­nik kön­nen ein­zel­ne Ge­ne oder kleins­te DNABaustei­ne mit­hil­fe zell­ei­ge­ner En­zy­me ein­ge­fügt, ver­än­dert oder aus­ge­schal­tet wer­den. Ur­sprüng­lich stammt das Cris­pr/ Cas-Sys­tem von Bak­te­ri­en. Es dient ih­nen als ei­ne Art Im­mun­sys­tem, mit dem sie An­grif­fe von Vi­ren er­ken­nen und ab­weh­ren kön­nen. 2012 hat­ten die fran­zö­si­sche Mi­bri­ti­sche kro­bio­lo­gin Em­ma­nu­el­le Char­pen­tier vom Ber­li­ner Max-PlanckIn­sti­tut für In­fek­ti­ons­bio­lo­gie und die US-Bio­che­mi­ke­rin Jen­ni­fer Doud­na die Idee, dar­aus ein mo­le­ku­lar­bio­lo­gi­sches Werk­zeug zu ent­wi­ckeln.

Be­son­ders hei­kel und um­strit­ten sind Ein­grif­fe in die mensch­li­che Keim­bahn, weil sie auch das Erb­gut al­ler künf­ti­gen Ge­ne­ra­tio­nen ver­än­dern. Im April 2015 be­rich­te­ten chi­ne­si­sche For­scher erst­mals, mensch­li­che Em­bryo­nen mit Cris­pr/ Cas ge­ne­tisch ver­än­dert zu ha­ben. An­fang 2016 be­kam auch ei­ne For­scher­grup­pe die Er­laub­nis, künf­tig ge­zielt die Ge­ne mensch­li­cher Em­bryo­nen zu ma­ni­pu­lie­ren. In Deutsch­land ist das bis­lang nicht er­laubt.

Zwar ver­zich­ten die an den jüngs­ten Ver­su­chen be­tei­lig­ten Wis­sen­schaft­ler in den USA bis­lang noch dar­auf, die ver­än­der­ten Em­bryo­nen in die Ge­bär­mut­ter von Frau­en ein­zu­pflan­zen. Denk­bar ist aber, dass auf die­se Wei­se künf­tig ge­ne­tisch ver­än­der­te Men­schen ge­schaf­fen und viel­leicht auch auf be­stimm­te Fä­hig­kei­ten hin ge­züch­tet wer­den. (KNA)

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