nu­bert nu­pro X- 8000

Nu­bert hat mit der ak­ti­ven nu­Pro- Se­rie nicht nur den HiFi-, son­dern auch den Pro­fi- Be­reich im Blick. Jetzt be­kommt die Bau­rei­he Zu­wachs: Die neu­en X- Mo­del­le bie­ten mo­derns­te Wi­re­less- Tech­nik und Top- Klang.

Stereoplay - - Inhalt 10/ 2018 - Klaus Lau­mann

Tech­nik satt – so lau­tet der Ti­tel ei­ner 72 Sei­ten di­cken, äu­ßerst le­sens­wer­ten Ab­hand­lung über Laut­spre­cher- und HiFi- Tech­nik, die Laut­spre­cher­papst und Fir­men­grün­der Gün­ther Nu­bert ver­fasst hat. Ziem­lich an­spruchs­voll, aber trotz­dem noch ver­ständ­lich be­leuch­tet sie un­ter­schied­lichs­te Aspek­te der Klang­wie­der­ga­be und ist auf der Nu­bert- In­ter­net­sei­te frei ver­füg­bar.

Tech­nik satt könn­te auch das Mot­to für die neue Ak­tiv­bo­xenSe­rie sein, die das Port­fo­lio des er­folg­rei­chen Bo­xen­her­stel­lers aus Schwä­bisch Gmünd jetzt er­wei­tert. Mit den nuPros hat Nu­bert be­reits seit 2011 ei­ne ei­ge­ne Ak­tiv­se­rie im An­ge­bot, mit der er nicht nur den HiFiBe­reich im Vi­sier hat, son­dern auch auf Mu­si­ker und die Pro­fis im Ton­stu­dio schielt.

Das er­for­dert ei­ne ge­wis­se Grat­wan­de­rung, die Nu­bert bis­lang al­ler­dings ziem­lich gut ge­lun­gen ist. Mit ei­ner voll­di­gi­ta­len Si­gnal­ver­ar­bei­tung, bei der die leis­tungs­star­ken Klas­se- D- End­stu­fen von der DSP- Wei­che di­rekt mit ei­nem puls­wei­ten­mo­du­lier­ten Si­gnal an­ge­steu­ert wer­den, bot die nu­Pro- A- Se­rie Prä­zi­si­on und Auf­lö­sung auf dem Ni­veau von Stu­dio­mo­ni­to­ren, oh­ne den Sinn für die Mu­sik zu ver­lie­ren. Zu Recht heims­te Nu­bert da­für viel Lob ein und be­kam nicht nur bei ste­reo­play Best­no­ten.

Ei­ne neue Ge­ne­ra­ti­on

Die Schwa­ben sa­hen je­doch kei­nen Grund, sich auf die­sem Er­folg aus­zu­ru­hen. Da­für ist die Ent­wick­lung in der Elek­tro­nik viel zu ra­sant, und die Nut­zer he­gen im­mer mehr An­sprü­che in Sa­chen Aus­stat­tung. Es gab al­so ge­nug zu ver­bes­sern, und das Er­geb­nis kann sich se­hen las­sen: Die neu­en X- Mo­del­le ba­sie­ren zwar noch auf dem be­währ­ten Ak­tiv­kon­zept der nu­Pro- A- Se­rie, sind aber an vie­len Stel­len deut­lich wei­ter­ent­wi­ckelt wor­den.

Das be­trifft be­reits Ge­häu­se und Be­stü­ckung. Ge­gen­über der A- 700, dem bis­he­ri­gen Flagg- schiff der nu­Pro- Se­rie, ist beim neu­en Top­mo­dell X- 8000 der ge­rad­li­ni­ge Kor­pus aus MDF in al­len drei Di­men­sio­nen noch ein­mal et­was ge­wach­sen, wo­bei man bei Nu­bert sehr viel Wert auf ein an­spre­chen­des De­sign ge­legt hat. Die Kan­ten wur­den stär­ker ab­ge­run­det, und die schwe­re Bo­den­plat­te wur­de durch schlan­ke Aus­le­ger er­setzt, mit de­nen die Box leicht­fü­ßi­ger wirkt. Be­züg­lich der Far­be hat man die üb­li­che Wahl zwi­schen den zeit­lo­sen, Nu­bert- ty­pi­schen Aus­füh­run­gen in wei­ßem und schwar­zem Schlei­flack.

Die brei­te­re Front bie­tet nun auch grö­ße­ren Chas­sis Platz. Die bei­den neu ent­wi­ckel­ten Tief­tö­ner ha­ben ei­nen statt­li­chen Durch­mes­ser von 20 cm und sind so­mit noch ein­mal 2 cm grö­ßer als die Tief­tö­ner der A- 700. In­ter­es­san­ter­wei­se fällt je­doch der eben­falls neu ent­wi­ckel­te Mit­tel­tö­ner deut­lich klei­ner aus und misst ge­ra­de ein­mal knap­pe 15 cm. Weil er in an­de­ren X- Mo­del­len aber auch als Tief­tö­ner ein­ge­setzt wird, ha­ben die bei­den Schall­wand­ler ei­nen sehr ähn­li­chen Auf­bau: An ei­ner brei­ten Si­cke ist ei­ne äu­ßerst sta­bi­le Mem­bran aus fa­ser­ver­stärk­tem Kunst­stoff mit in­ver­ser Staub­schutz­kap­pe auf­ge­hängt. Die Si­cke deu­tet be­reits an, dass die Trei­ber für ho­he Aus­len­kun­gen kon­zi­piert wur­den. Laut Nu­bert konn­te bei den neu­en Chas­sis die nutz­ba­re Mem­bran­flä­che ver­grö­ßert, der Klirr­fak­tor re­du­ziert und das

Mit der X- Bau­rei­he stößt die nu­Pro- Se­rie in neue Di­men­sio­nen vor und die X- 8000 mar­kiert die Spit­ze die­ser Ent­wick­lung.

Ab­strahl­ver­hal­ten ver­bes­sert wer­den, wo­durch am En­de ei­ne we­sent­lich hö­he­re Wie­der­ga­be­qua­li­tät er­reicht wird.

Er­gänzt wer­den die bei­den Ko­nus­trei­ber durch ei­nen eben­falls wei­ter­ent­wi­ckel­ten Hoch­tö­ner mit Ge­we­be­ka­lo­t­te, der mit ef­fek­ti­ve­rer Dämp­fung und bes­se­rem Ab­strahl­ver­hal­ten punk­ten kann.

Leis­tung satt

Die Schall­wand­ler wer­den von vier kräf­ti­gen Schalt­ver­stär­ker­mo­du­len an­ge­trei­ben. Nu­bert gibt ei­ne Mu­sik­leis­tung von 280 Watt pro Mo­dul an, das sum­miert sich zu ei­ner Ge­samt­leis­tung von mehr als 1000 Watt. Das lässt selbst im leis­tungs­for­dern­den Bass­be­reich Spiel­raum für Kor­rek­tu­ren. Um die Auf­tei­lung und Ent­zer­rung der ein­zel­nen We­ge küm­mert sich ei­ne DSP­ba­sier­te Fre­quen­zwei­che. Sie trennt Mit­tel­tö­ner und Hoch­tö­ner bei 2,2 kHz und blen­det die bei­den Tief­tö­ner bei un­ter­schied­li­chen Fre­quen­zen aus, den un­te­ren bei 150 Hz und den obe­ren bei 200 Hz. Mit der X­8000 ver­folgt Nu­bert al­so ein 3,5­We­ge­Kon­zept.

Der Si­gnal­pro­zes­sor er­laubt dem Nut­zer aber auch noch zahl­rei­che ma­nu­el­le Ein­grif­fe in das Fre­quenz­ver­hal­ten der Box, die sich kom­for­ta­bel über die neue X­Re­mo­te­App vor­neh­men las­sen. Es gibt nicht nur ei­ne gro­be Klan­g­re­ge­lung für Bass und Mit­tel­hoch­ton, son­dern auch ei­nen gra­fi­schen Fünf­Band­Equa­li­zer. Zu­sätz­lich kann man die un­te­re Grenz­fre­quenz im Tief­bass va­ri­ie­ren und, falls nö­tig, den Über­gang zu ei­nem Sub­woo­fer fest­le­gen. Da­durch ist die X­8000 äu­ßerst fle­xi­bel, was Rau­man­pas­sung und Klang­tu­ning be­trifft.

Ein wei­te­rer Punkt, in dem sich die neu­en X­Mo­del­le noch von der A­Se­rie ab­he­ben, ist die draht­lo­se Kopp­lung der Laut­spre­cher und die in­te­grier­te Blue­tooth­Un­ter­stüt­zung. Sieht

man von der Strom­ver­sor­gung ab, ist da­durch ein ka­bel­frei­es Mu­sik­ver­gnü­gen mög­lich.

We­ni­ger ist mehr

Mit viel Schwung durf­te die X- 8000 schließ­lich in den Hör­test star­ten. 2003 ver­öf­fent­lich­te der ka­na­di­sche Jazz­sän­ger Micha­el Bu­blé, der da­mals noch kei­ne 30 Jah­re alt war, das nach ihm be­nann­te De­but­al­bum mit ei­ner Rei­he von Co­ver­ver­sio­nen be­kann­ter Ti­tel, dar­un­ter auch der Queen- Klas­si­ker „ Cra­zy Lit­tle Thing Cal­led Lo­ve“. Ganz im Stil der le­gen­dä­ren Swin­gÄ­ra wird Micha­el Bu­blé da­bei von ei­ner Big Band be­glei­tet. Für ei­nen Laut­spre­cher kann ein so kom­plex ar­ran­gier­tes Stück schon recht schwe­re Kost sein, die Nu­bert ließ sich da­von aber nicht aus dem Kon­zept brin­gen. Ih­re Re­ser­ven reich­ten für die schmis­si­gen Ein­wür­fe des Blä­ser­sat­zes al­le­mal, und er­war­tungs­ge­mäß kam auch der Bass nicht zu kurz. Den Sän­ger ar­bei­te­te sie aus dem ge­sam­ten Klang­ge­sche­hen fein­säu­ber­lich her­aus und stell­te ihn sou­ve­rän, aber fast et­was zu do­mi­nant in den Vor­der­grund. Das liegt zwar zum Teil an der Aufnahme, auf der die Stim­me eben­falls et­was über­be­tont ist, trotz­dem würz­te die X- 8000 noch mit ei­ner Spur Schär­fe im Hoch­ton nach. Das ließ sich al­ler­dings mit­hil­fe der Klan­g­re­ge­lung weit­ge­hend be­he­ben. Et­was we­ni­ger Pe­gel im Mit­tel­hoch­ton­be­reich ließ die neue nu­Pro im ste­reo­play- Hör­raum schon deut­lich aus­ge­wo­ge­ner klin­gen.

Swing When You’re Win­ning

Die Stil­rich­tung schien der Box zu lie­gen, al­so ging es mit der nächs­ten Hom­mage an die Swing- Ära wei­ter: „ So­me­thin’ Stu­pid“ist ein rüh­ren­des Du­ett, das nicht nur für Frank Si­na­tra und sei­ne Toch­ter Nan­cy ein gro­ßer Er­folg war, son­dern auch für Rob­bie Wil­li­ams und Ni­co­le Kid­man. Hier zeig­te sich die X- 8000 von ih­rer fein­füh­li­gen Sei­te und ana­ly­sier­te den Ti­tel mit Be­dacht. Sie ließ den bei­den Stim­men viel Raum, ach­te­te je­doch dar­auf, dass die Sze­ne ak­ku­rat ab­ge­bil­det wur­de und nicht zer­fiel. Ganz konn­te die Box ih­ren eher ana­ly­ti­schen Cha­rak­ter aber nicht leug­nen, ob­wohl sie an­ge­ne­hem leicht­fü­ßig agier­te und viel Rhyth­mus im Blut hat­te.

Letzt­lich ist Nu­bert der schwie­ri­ge Spa­gat zwi­schen HiFi- und Pro­fi- Be­reich aber sehr gut ge­lun­gen. Die X- 8000 hat so­wohl mu­si­ka­li­sche als auch ana­ly­ti­sche Qua­li­tä­ten zu bie­ten und über­zeugt vor al­lem mit per­fekt kon­trol­lier­ter Kraft und höchs­ter Prä­zi­si­on. Rein von der Aus­stat­tung her spielt die Box so­wie­so in der ers­ten Li­ga – auch dank der neu­en Funk­tech­nik.

Die prak­ti­sche Fern­be­die­nung er­laubt ei­nen schnel­len Zu­griff auf die wich­tigs­ten Funk­tio­nen. Für kom­ple­xe­re Kon­fi­gu­ra­tio­nen gibt es drei Pre­set- Tas­ten.

Da der Mit­tel­tö­ner der X- 8000 bei den klei­ne­ren X- Mo­del­len auch als Tief­tö­ner fun­giert, se­hen sich die bei­den Wand­ler ziem­lich ähn­lich: Die Mem­bran be­steht aus fa­ser­ver­stärk­tem Po­ly­pro­py­len, ein kräf­ti­ger Ma­gnet, über­hän­gen­de Spu­len und mäch­ti­ge Si­cken er­lau­ben gro­ße Aus­len­kun­gen. Für ma­xi­ma­le Be­last­bar­keit lässt der sta­bi­le Druck­guss­korb dem Chas­sis viel Luft.

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