tri­ang­le esprit comè­te ez

Tri­angles Esprit- Se­rie ist ein Dau­er­bren­ner, und auch bei den ak­tu­el­len Ez- Mo­del­len galt ein hoher Wir­kungs­grad als obers­tes Ge­bot. An der Comè­te kön­nen schwä­che­re Ver­stär­ker da­her ih­re gan­zen Stär­ken aus­spie­len.

Stereoplay - - Inhalt 10/ 2018 - Klaus Lau­mann

Tri­ang­le hat die Din­ge ger­ne selbst in der Hand. Die fran­zö­si­sche Laut­spre­cherMa­nu­fak­tur, die bei Sois­sons, et­wa hun­dert Ki­lo­me­ter nord­öst­lich von Pa­ris, be­hei­ma­tet ist, ent­wi­ckelt und fer­tigt da­her auch fast al­le Trei­ber in Ei­gen­re­gie. Die Fir­ma ist un­ter an­de­rem für Bo­xen­kon­zep­te be­kannt, die auf Schall­wand­ler mit ei­nem be­son­ders ho­hen Wir­kungs­grad set­zen. Ins­be­son­de­re die über die Jah­re im­mer wei­ter op­ti­mier­ten Hoch­ton­hör­ner gel­ten als Spe­zia­li­tät der Fran­zo­sen. Die­se Tech­no­lo­gie ist aber nicht nur den TopMo­del­len vor­be­hal­ten, son­dern mit der EspritEz- Se­rie auch zu ei­nem mehr als fai­ren Kurs zu ha­ben.

Die Comè­te ist so­wohl der größ­te als auch pe­gel­stärks­te Re­gallaut­spre­cher aus die­ser Se­rie, die den Ein­stieg in Tri­angles Horn­tech­no­lo­gie mar­kiert. Sie ist ganz klas­sisch als Zwei- We­ge- Box mit Bass­re­flex- Un­ter­stüt­zung kon­zi­piert, wo­bei sie gleich zwei front­sei­tig aus­tre­ten­de Re­flex­roh­re be­sitzt. Sie ent­las­ten den Tief­mit­tel­tö­ner zu­guns­ten ei­nes bes­se­ren Wir­kungs­grads be­reits bei re­la­tiv ho­hen 63 Hz,

Die Comè­te ist der pe­gel­stärks­te Re­gallaut­spre­cher aus der Se­rie und mar­kiert den Ein­stieg in Tri­angles Horn­tech­no­lo­gie.

den­noch bringt es die Kom­pakt­box am En­de noch auf ei­nen sehr re­spek­ta­blen Tief­gang von 51 Hz. Der Trei­ber hat ei­nen no­mi­nel­len Durch­mes­ser von 16,5 cm, passt aber dank des seit­lich an­ge­schnit­te­nen Korbs pro­blem­los in die mit 20 cm nur un­we­sent­lich brei­te­re Schall­wand. Die wei­ße Mem­bran und die schwar­ze, spitz zu­lau­fen­de Staub­schutz­kap­pe be­ste­hen aus Pa­pier, auf das die Fran­zo­sen vor al­lem we­gen des ge­rin­gen Ge­wichts ver­trau­en. Da­durch soll der Trei­ber be­son­ders schnell und prä­zi­se agie­ren.

Um gleich­zei­tig auch im Bass über­zeu­gen zu kön­nen, ist der kom­bi­nier­te Tief­mit­tel­tö­ner der Comè­te an ei­ner groß­zü­gig di­men­sio­nier­ten Gum­mi­si­cke auf­ge­hängt, die ent­spre­chend ho­he Aus­len­kun­gen, wie sie im Bass­be­reich not­wen­dig sind, un­ter­stützt. Zu­sätz­lich wur­de laut Tri­ang­le auch die Form der Mem­bran für den dop­pel­ten Ein­satz­zweck op­ti­miert.

Per­fek­te Spiel­part­ner

Kom­bi­niert wird die­ser Tief­mit­tel­tö­ner mit ei­ner 1- Zol­lKa­lot­te aus Ti­tan, die hin­ter ei­nem ver­chrom­ten, un­ge­fähr 4 cm tie­fen Schall­trich­ter sitzt, der plan in die Front­wand ein­ge­las­sen ist. Am En­de des Horntrich­ters, di­rekt vor der Ka­lot­te, be­fin­det sich ein auf­fäl­li­ger, in Gold la­ckier­ter Ring, der den Horn­hals et­was ver­engt und so ei­nen leich­ten Druck­kam­mer­ef­fekt er­zeugt. Ein dorn­ar­ti­ger Hin­der­nis­kör­per, eben­falls in Gold la­ckiert und durch ei­nen schma­len Steg mit dem Ring ver­bun­den, liegt im Zen­trum des Trich­ters und fun­giert dort als so­ge­nann­ter Pha­sep­lug. Er dient zur Ver­bes­se­rung des Ab­strahl­ver­hal­tens und soll vor al­lem die star­ke Bün­de­lung bei hö­he­ren Fre­quen­zen re­du­zie­ren.

Mit ih­rer hoch­ef­fi­zi­en­ten Trei­ber­tech­no­lo­gie kam die Comè­te im ste­reo­play- Test­la­bor bei ei­ner Ein­gangs­span­nung von zwei Volt auf ei­nen be­mer­kens­wert ho­hen Kenn­schall­druck von 85,6 dB in ei­nem Me­ter Ab­stand: ein Er­geb­nis, das sich auch im Kom­pa­ti­bi­li­täts­dia­gramm wi­der­spie­gelt: Rech­ne­risch be­nö­tigt die Box nur 10,5 Volt, um ei­nen Wie­ der­ga­be­pe­gel von 100 dB zu er­rei­chen. Ihr Strom­be­darf hält sich mit 2,8 Am­pè­re eben­falls in Gren­zen, weil das Im­pe­danz­mi­ni­mun der Box im en­er­gie­in­ten­si­ven Bass- und Grund­ton­ be­reich nur knapp un­ter vier Ohm liegt. Da­mit eig­net sich die Box grund­sätz­lich auch gut für schwä­che­re Ver­stär­ker und bie­tet sich zum Bei­spiel als Spiel­part­ner für die in die­ser Aus­ga­be ge­tes­te­ten Class- AVer­stär­ker von Val­vet, Pass Labs, Sug­den und Pro­gres­si­ve Audio an. Le­dig­lich der von et­wa 200 Hz bis knapp 1,8 kHz ste­tig von 3,7 auf 17,8 Ohm an­stei­gen­de Be­trag der Im­pe­danz kann ei­nem nicht so last­sta­bi­len Ver­stär­ker Pro­ble­me be­rei­ten. Das trifft in die­sem Fall auf den Pro­gres­si­ve Audio A901 zu, der im Pra­xis­test nicht ganz so gut mit der Comè­te har­mo­nier­te wie die an­de­ren drei Kan­di­da­ten. Mit ih­ren raf­fi­nier­ten Ver­stär­ker­kon­zep­ten trie­ben sie die kom­pak­te Tri­ang­le zu im­mer neu­en Höchst­leis­tun­gen an.

Spe­zi­ell in Re­la­ti­on zu ih­rer Grö­ße hat­te die Box da­bei über­ra­schend viel an Sub­stanz und Vo­lu­men zu bie­ten. Dank hoher Re­ser­ven konn­te sie mit viel Dy­na­mik zu Wer­ke ge­hen und

be­ein­druck­te vor al­lem durch ih­re Prä­senz, mit der sie den Hör­raum do­mi­nier­te. Die Comè­te er­wies sich als wah­res Ener­gie­bün­del, das ei­ner­seits kaum zu brem­sen schien, an­de­rer­seits aber im­mer mit ma­xi­ma­ler Kon­trol­le ope­rier­te. Wie er­war­tet kam sie im Bass zwar nicht son­der­lich tief, spiel­te da­für je­doch um­so agi­ler. So ver­lieh sie den tem­pe­ra­ment­vol­len E- Bass- Läu­fen in Paul Si­mons größ­tem So­lo­hit, „ You Can Call Me Al“viel Schwung und den nö­ti­gen Nach­druck, oh­ne da­bei je­mals ihr gu­tes Ge­spür für das rich­ti­ge Ti­ming zu ver­lie­ren. Der Ti­tel ist auch für das Bas­sSo­lo ge­gen En­de be­kannt, das sich aus ei­nem nor­mal auf­ge­nom­me­nen ers­ten Teil und der an­schlie­ßend rück­wärts ab­ge­spiel­ten Ko­pie zu­sam­men­setzt und da­mit ein Pa­lin­drom dar­stellt. Die­ses So­lo ge­lang der Comè­te eben­falls punkt­ge­nau und oh­ne jeg­li­ches Zei­chen von An­stren­gung.

Bes­tens be­ra­ten

Der kom­pak­ten Tri­ang­le ge­lang das Kunst­stück, agil und prä­sent auf­zu­tre­ten, oh­ne da­bei vor­laut oder an­stren­gend zu wir­ken. Ins­ge­samt hin­ter­ließ sie am En­de ei­nen äu­ßerst ge­lun­ge­nen Ein­druck und emp­fiehlt sich als viel­sei­ti­ger Laut­spre­cher, der auch mit et­was ex­tra­va­gan­te­ren Ver­stär­kern gut zu­recht­kommt.

Sie ist zwar si­cher­lich nicht per­fekt und hat ih­re Schwä­chen, nicht zu­letzt in Sa­chen Na­tür­lich­keit, aber sie be­weist wie­der ein­mal, dass man auch mit ei­ner cle­ver aus­ge­leg­ten Kom­pakt­box bes­tens be­ra­ten sein kann. Wer Schnel­lig­keit und Prä­zi­si­on schätzt oder auf ei­nen ho­hen Wir­kungs­grad an­ge­wie­sen ist, wird mit der Esprit Comè­te Ez sei­ne hel­le Freu­de ha­ben!

Das hoch­wer­ti­ge An­schluss­feld und die so­li­den Polklem­men aus ge­bürs­te­tem Alu­mi­ni­um un­ter­strei­chen den ho­hen An­spruch der Esprit- Ez- Se­rie. Ein selbst­ver­rie­geln­der Steck­me­cha­nis­mus sorgt da­für, dass Ba­na­nen­ste­cker si­cher ge­hal­ten wer­den.

Der Tief­mit­tel­tö­ner ist ei­ne Hy­bridkon­struk­ti­on: Tri­ang­le setzt auf die leich­te, aber den­noch stei­fe Pa­pier­mem­bran aus den rei­nen Mit­tel­tö­nern und kom­bi­niert sie mit ei­ner deut­lich aus­la­den­de­ren Gum­mi­si­cke, die we­sent­lich mehr Hub er­laubt.

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