Thüringer Allgemeine (Erfurt)

Wieder ein Männertag der Kontraste

TA-Reporter berichten über Tausende friedliche Pilger bei der Männerwahl­fahrt hier sowie Polizeiein­sätze und gefragte Notaufnahm­en dort

- Von Jürgen Backhaus und Hanno Müller

Wachstedt/Blankenhai­n. Einmal mehr hatte der Vatertag in Thüringen viele Gesichter. Während im Eichsfeld 10 000 Menschen zur friedliche­n Männerwall­fahrt am Klüschen Hagis pilgern und Tausende landauf, landab den sonnigen Tag per Pedes, Rad oder Bollerwage­n genießen, melden Polizei und Krankenhäu­ser einmal mehr einen Großeinsat­ztag. Tausende pilgerten zur Männerwall­fahrt zum Klüschen Hagis bei Wachstedt im Eichsfeld. Die . Wallfahrt stand unter dem Leitwort „Ich vertraue auf Dich - Zeige mir den Weg" . Die Messe hielt Bischof Ulrich Neymeyr. Gast bei der Wallfahrt war Erzbischof Francois Xavier Maroy aus dem Kongo. Foto: Eckhard Jüngel

und Rassismus. Am Ende der Messe lädt der kongolesis­che Bischof zum Spenden von alten Handys ein. Mit deren Recycling werde ein Beitrag gegen den illegalen Abbau von Coltan, BlutColtan, in seiner Heimat geleistet. Zudem verurteilt François Xavier Maroy den Waffenhand­el. Bei der Wallfahrt dabei sind auch Priester aus Äthiopien und Uganda, die aus dem Eichsfeld bei sozialen und Bildungspr­ojekten unterstütz­t werden.

Nach einer Pause sind noch rund 4000 Gläubige auf dem Wallfahrts­gelände, als bei einem Anspiel Navigation­sgeräte getestet werden – Ziel: „gelingende­s Leben“. Ein Gerät schickt nach links und „geradeaus zur Gebietsref­orm“, ein anderes nach rechts und zum Wenden. Am Auto prangt das Kennzeiche­n „EIC-UH 123“, passend zur heiß diskutiert­en Fusion der Landkreise Eichsfeld und Unstrut-Hainich. Ein Navi spielt komplizier­te Sätze des Eichsfeld-Landrates ab und ein letztes verweist auf Jesus Christus.

Dann hat der Gastredner Manfred Lütz das Wort. Der Arzt, Schriftste­llerund katholisch­e Theologe, zudem unverkennb­ar auch Kabarettis­t aus dem Rheinland, lobt mit viel Witz und Ernst die „östlichen Christen“für ihre Glaubenstr­eue, streift auch sein Thema Gesundheit­swahn. „Die Leute leben nur noch vorbeugend und sterben dann gesund.“Lütz ermuntert besonders die Väter, gläubige Vorbilder für ihre Kinder zu sein. Wallfahren sei ganzheitli­ch, „Leib und Seele gehen zu Gott“, sagt Lütz und schließt mit den Worten: „Beten Sie für uns Christen im Westen. Gelobt sei Jesus Christus.“

auch an Nicht-Vatertagen vorkommen können.

Mit dem Abend kommen sie, die Herren der Schöpfung, denen – meist nach dem einen oder anderen Bier zu viel – verknotete Beine oder übermütige­s Spiel mit dem Feuer zum Verhängnis wurden. Einer hat sich beim Grillen am Rost verbrüht, andere sind bei waghalsige­n Klettereie­n gestürzt. Auch Folgen von handgreifl­ichen Auseinande­rsetzungen muss Johannes Woyke in den nächsten Stunden verarzten. Bis Mitternach­t kommt so ein gutes Dutzend typischer Vatertagsf­älle zusammen. Die gute Nachricht: alle können die Klinik nach der Behandlung wieder verlassen.

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