Flo­ra­le Fan­ta­sie

Wil­ly Kop­pe­nol ist wie ein flei­ßi­ges Bi­en­chen: Dank ih­rer Lie­be zu Blu­men er­blüht ihr Zu­hau­se.

Traumwohnen - - Inhalt - TEXT: Hei­ke Heel, Mie­ke Ven­del • FO­TOS: Renée Frin­king STYLING: Lin­da von der Ham/Co­co Fea­tu­res

Wil­ly Kop­pe­nol ist wie ein flei­ßi­ges Bi­en­chen: Dank ih­rer gro­ßen Lie­be zu Blu­men er­blüht ihr Zu­hau­se.

Zwei See­len woh­nen, ach! in mei­ner Brust“– die­ser Satz aus der Fe­der Goe­thes trifft auch auf Wil­ly Kop­pe­nol zu. Die Nie­der­län­de­rin pflegt zwei ganz gro­ße Lei­den­schaf­ten, die es un­ter ei­nen Hut zu brin­gen gilt. Von der Neu­gier ge­trie­ben, schlen­dert sie st­un­den­lang über Floh­märk­te und kund­schaf­tet al­te Schät­ze aus, die in ih­rem Haus ih­re Strahl­kraft von einst zu­rück er­lan­gen könn­ten. Au­ßer­dem braucht die krea­ti­ve Ein­rich­te­rin aber min­des­tens genau­so viel Zeit, um als Gar­ten­fee über ihr An­we­sen zu wir­beln und all die üp­pi­gen Sträu­cher und pral­len Obst­bäu­me zu pfle­gen. „Ich freue mich je­des Jahr aufs Neue wie ein klei­nes Kind, wenn sich der Früh­ling sei­nen Weg durch die Jah­res­zei­ten ge­bahnt hat, und al­les wie­der sprießt und grünt“, er­zählt sie. Dem Früh­ling ge­lingt es auch, die zwei See­len der Hol­län­de­rin in Ein­klang zu brin­gen. Denn dank

„Bei mir lan­den Blu­men auch schon ein­mal in ei­nem al­ten Farb­ei­mer“

ihm wan­dern die Früch­te des Gar­tens und vie­le Stau­den all­jähr­lich in ihr ge­müt­li­ches Zu­hau­se und fül­len dort je­den noch so klei­nen Win­kel mit Le­ben und be­tö­ren­den Düf­ten.

Gro­ße Büh­ne für klei­ne Blüm­chen

„So­bald der Gar­ten – üb­ri­gens mein gan­zer Stolz – in vol­ler Blü­te steht, pflü­cke ich tat­säch­lich so­fort und re­gel­mä­ßig Blu­men fürs Haus“, be­stä­tigt Wil­ly Kop­pe­nol, wäh­rend sie mit ih­ren flo­ra­len Schät­zen um die Wet­te strahlt. Rit­ter­sporn, Pan­do­rea, Pe­lar­go­ni­en und Hor­ten­si­en wer­den in Glas, Ke­ra­mik, Email­le, ja so­gar in ei­nem Ei­mer mit ver­trock­ne­ter

„Mehr Far­be wä­re bei mir zu­hau­se nicht au­then­tisch – ich mag es hell und klar“

Far­be prä­sen­tiert. Je­de noch so un­schein­ba­re Pflan­ze kommt mit­hil­fe zahl­rei­cher Shab­by-Mö­bel groß raus. Auch Still­le­ben aus ver­schie­de­nen Spie­geln, de­zent aus­ge­wähl­te Bil­der und zar­te Blu­men­ar­ran­ge­ments ver­lei­hen dem Am­bi­en­te sei­nen ganz ei­ge­nen Charme, oh­ne die Räu­me da­bei zu über­la­den. „We­ni­ger ist wirk­lich mehr, sa­ge ich im­mer“, ver­si­chert die be­geis­ter­te Ein­rich­te­rin, die gleich­zei­tig zu­gibt, dass es schon auch et­was ge­dau­ert hat, bis sich die­se pure Har­mo­nie eta­bliert hat. „Ein-, zwei­mal ha­be auch ich mei­ne Wän­de far­big ge­stri­chen“, er­in­nert sie sich. „Das hat sich aber über­haupt nicht gut an­ge­fühlt und schnell wur­de al­les wie­der weiß.“

Die wei­ße Lein­wand des Woh­nens

Wil­ly Kop­pe­nol hat durch Aus­pro­bie­ren fest­ge­stellt, dass ih­re ganz be­son­de­ren Mö­bel und ih­re im­mer hübsch prä­sen­tier­ten flo­ra­len Schät­ze vor neu­tra­len Wän­den am bes­ten zur Gel­tung kom­men. Das In­te­ri­eur und die bunt blü­hen­den Blu­men sind das per­fek­te Duo im Am­bi­en­te der Floh­markt­gän­ge­rin und Hob­by­gärt­ne­rin, die es ver­steht, die Bli­cke der Be­su­cher ge­schickt da­hin zu len­ken, wo sie sie ha­ben möch­te. Die Re­ga­le sind nicht voll­ge­stopft mit Zier­rat und auch an den Wän­den hän­gen nur ein­zel­ne aus­ge­such­te Bil­der. „Ich bin ein­fach so ver­liebt in mei­ne Blu­men und mei­ne al­ten Mö­bel, dass ich für die­se Din­ge über­haupt nicht ge­nug Kom­pli­men­te ein­heim­sen kann“, lacht die Ein­rich­tungs­künst­le­rin. Tat­säch­lich fühlt man sich bei ihr vom Zauber ih­rer Schät­ze um­armt ... wie in ei­nem Traum, aus dem man nicht er­wa­chen will.

HÜL­LE & FÜL­LE Hor­ten­si­en und Jas­min­trom­pe­ten sind nur zwei der vie­len Sor­ten, die in die­sem Gar­ten üp­pig wach­sen.

SHAB­BY Auch Mö­bel, bei de­nen der Lack ab­blät­tert, ha­ben hier ih­ren Auf­tritt.

AUS­ZEIT Ge­las­sen­heit und Ru­he fin­det man im hel­len Ess­zim­mer.

SO STOLZ Nichts bringt Wil­ly Kop­pe­nol mehr Freu­de als ih­re fri­sche Gar­ten­pracht.

LUF­TIG Für viel Zier­rat und über­la­de­ne Re­ga­le ist hier eher kein Platz vor­ge­se­hen.

EINZELSTÜCK In krum­men und auch wa­cke­li­gen Mö­beln sieht die Trö­del-Lieb­ha­be­rin viel Schö­nes.

PUDRIG Die de­zen­ten Nuan­cen des Strau­ßes wie­der­ho­len sich im zar­ten Ro­sa des Rah­mens.

EDELMANN Im Som­mer plat­ziert Wil­ly Rit­ter­sporn ne­ben dem Bett. Sein leich­ter Duft ge­lei­tet in sü­ße Träu­me.

GETRICKST Die­se Ro­sen­ran­ke ist zwar nicht echt, aber echt schön.

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