Ein Neu­an­fang in der Hei­mat

Zwei Aus­wan­de­rer, die wie­der ein­wan­der­ten: Ka­ren und Ant­ho­ny ver­lie­hen ih­rem eng­li­schen Cot­ta­ge mal­lor­qui­ni­sches Flair.

Traumwohnen - - Inhalt - TEXT: S. Ma­meg­ha­ni, Ja­net McMee­kin • FO­TOS: Amanda Tur­ner/GAP In­te­ri­ors

Zwei Aus­wan­de­rer, die wie­der ein­wan­der­ten: Will­kom­men im Cot­ta­ge von Ka­ren und Ant­ho­ny.

Auch wenn ihr Le­ben auf Mallor­ca mehr als ru­hig und ent­span­nend war – nach sechs Jah­ren Aus­zeit ent­schie­den Ka­ren und Ant­ho­ny Cull, in ih­re eng­li­sche Hei­mat zu­rück­zu­keh­ren. Mit ei­nem la­chen­den und ei­nem wei­nen­den Au­ge sag­ten sie 2009 ih­rer ei­gens re­stau­rier­ten Ge­trei­de­müh­le und dem mal­lor­qui­ni­schen Berg­dorf Le­be­wohl, um in den Cots­wolds ei­nen Neu­start zu wa­gen. „Wir hat­ten die­se Pau­se ein­fach ge­braucht, um uns von dem vor­her sehr stres­si­gen All­tag in En­g­land zu er­ho­len. Und tat­säch­lich kehr­ten wir mit sehr viel Elan zu­rück“, er­klärt Ka­ren. „Ant­ho­ny und ich he­gen ei­ne gro­ße Lei­den­schaft für al­te Häu­ser und In­nen­ar­chi­tek­tur“, fügt sie hin­zu, „zu­rück in En­g­land wohn­ten wir erst ein­mal nur zur Mie­te, um in Ru­he nach dem rich­ti­gen Do­mi­zil für uns zu su­chen.“Nach­dem die bei­den je­doch mehr als ein Dut­zend Häu­ser be­sich­tigt hat­ten, be­gan­nen sie sich zu fra­gen, ob sie je­mals das

rich­ti­ge fin­den wür­den. Doch ei­nes Ta­ges ent­deck­te das Paar zu­fäl­lig ein her­un­ter­ge­kom­me­nes Cot­ta­ge mit Reet­dach in dem klei­nen Ort Gret­ton. Ka­ren und Ant­ho­ny war so­fort klar, dass es per­fekt war.

Vol­ler Ta­ten­drang vor­aus

Ob­wohl das Cot­ta­ge zu­nächst ei­nen et­was ver­wahr­los­ten und düs­te­ren Ein­druck mach­te, wa­ren sich die bei­den si­cher, dass sie es in ei­nen idyl­li­schen Ruheort ver­wan­deln kön­nen. „Das Ge­samt­pa­ket hat ein­fach ge­passt“, sagt Ka­ren. „Und au­ßer­dem wa­ren wir, was Re­no­vie­run­gen an­geht, be­reits so et­was wie Ex­per­ten.“Mit der Hil­fe ört­li­cher Hand­wer­ker re­stau­rier­ten sie das al­te Ge­bäu­de, das im 15. Jahr­hun­dert er­rich­tet wor­den war, von oben bis un­ten. „Un­ser Fo­kus lag dar­auf, dem Cot­ta­ge ei­ne freund­li­che, luf­ti­ge At­mo­sphä­re mit ei­nem fri­schen und leicht mo­der­nen Coun­try-Look zu ver­pas­sen“, be­rich­tet die pas­sio­nier­te Gestal­te­rin. „Da wir wäh­rend des Pro­jekts hier leb­ten, ver­such­ten wir, al­le Stö­run­gen auf ein Mi­ni­mum zu re­du­zie­ren. Wir fin­gen mit dem Wohn­zim­mer an und ar­bei­te­ten uns lang­sam von Raum zu Raum vor.“Das Paar woll­te auch sei­ner Zeit auf Mallor­ca ein Zei­chen set­zen und ließ so­mit ei­nen me­di­ter­ra­nen Touch in das In­te­ri­eur ein­flie­ßen, in­dem es Wän­de, De­cken und Bal­ken weiß la­ckier­te. Im Zu­ge der Re­no­vie­rung wur­de auch die al­te Kü­che ab­ge­ris­sen: Maß­ge­fer­tig­te Hol­z­ele­men­te,

„Wir lie­ben ein per­sön­li­ches Am­bi­en­te. Un­se­re selbst ge­fer­tig­ten Ac­ces­soires sor­gen für In­ti­mi­tät.“

„Un­ser Neu­an­fang in En­g­land war im Nach­hin­ein die bes­te Ent­schei­dung!“

ge­bleich­te Eschen­holz-Ar­beits­plat­ten und ein gro­ßer Herd fan­den hier ih­ren Platz. Ant­ho­ny, der frü­her als Kü­chen­chef ar­bei­te­te, ver­wirk­lich­te da­durch sei­nen per­sön­li­chen Traum. Zu­dem leg­te das Paar ei­ne his­to­ri­sche Ka­mine­cke frei und wer­te­te sie wie­der auf. Die bei­den stri­chen Fens­ter und Tü­ren oder lie­ßen die­se, wenn nö­tig, auch kom­plett aus­tau­schen.

End­lich wie­der an­ge­kom­men

„Al­les lief sehr gut“, er­in­nert sich Ka­ren. „Als die Kü­che re­no­viert wur­de, aßen wir je­den Abend aus­wärts, und als die Schlaf­zim­mer dran wa­ren, ver­brach­ten wir die Näch­te im Gäs­te­zim­mer.“Aber auch die Gestal­tung des Gar­tens ent­pupp­te sich als Groß­pro­jekt. Zahl­rei­che Zy­pres­sen, die den Out­door-Be­reich voll­kom­men über­wu­cher­ten, muss­ten ent­fernt wer­den. Statt­des­sen pflanz­te das Paar Lor­beer­bü­sche, um so mehr Licht in sein neu­es Zu­hau­se zu lot­sen. Ka­ren und Ant­ho­ny ha­ben sich schnell wie­der an das Le­ben in En­g­land ge­wöhnt und ein ei­ge­nes Ge­schäft ge­grün­det, in dem sie maß­ge­schnei­der­te Mö­bel ver­kau­fen und Haus­be­sit­zer be­züg­lich ih­rer In­nen­aus­stat­tung be­ra­ten (sie­he In­fo­kas­ten rechts). „Die Zeit auf Mallor­ca war schön und sinn­voll. Aber es fühlt sich gut an, wie­der zu­hau­se zu sein“, sind sich bei­de ei­nig.

IM FRI­SCHEN LOOK Die Fens­ter- und Tür­rah­men sind in der Far­be „Hard­wick Whi­te“von Far­row & Ball ge­stri­chen.

EIN­HEIT Ge­lun­ge­ner Über­gang: Der Si­sal­bo­den und Bo­ta­nik­mo­ti­ve las­sen die Na­tur her­ein.

ANTIQUITÄT Ei­ne al­te Ei­sen­bank dient als Hin­gu­cker.

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