Wen trifft der hö­he­re Pfle­ge­bei­trag?

Ent­las­tung an an­de­rer Stel­le hilft nicht je­dem

Wertinger Zeitung - - Politik -

Die Bun­des­bür­ger müs­sen ab Ja­nu­ar tie­fer in die Ta­sche grei­fen, um die Pfle­ge­ver­si­che­rung zu fi­nan­zie­ren. CDU-Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn be­tont, die Ge­sell­schaft müs­se ei­ne men­schen­wür­di­ge Pfle­ge er­mög­li­chen und des­halb be­reit sein, mehr Geld in das Sys­tem flie­ßen zu las­sen. Po­li­tisch ist der Zeit­punkt da­für güns­tig, denn die meis­ten Ar­beit­neh­mer wer­den vom nun ge­plan­ten An­stieg des Pfle­ge­bei­trags um 0,5 Punk­te auf 3,05 Pro­zent des Brut­to­ein­kom­mens we­nig spü­ren.

Denn be­reits vor drei Wo­chen hat das Ka­bi­nett be­schlos­sen, dass der Bei­trag zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung zu Jah­res­be­ginn 2019 um 0,5 Pro­zent­punk­te auf dann 2,5 Pro­zent sin­ken wird. Der Bei­trags­satz der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung bleibt mit 18,6 Pro­zent sta­bil. Er war An­fang 2018 um 0,1 Punk­te ge­senkt wor­den. Zu­dem hat die Ko­ali­ti­on im Ju­ni ei­ne so­ge­nann­te „Bei­trags­pa­ri­tät“bei den Kran­ken­kas­sen be­schlos­sen: Künf­tig müs­sen Ar­beit­ge­ber wie­der ge­nau die Hälf­te des Kas­sen­bei­trags­sat­zes zah­len, Ar­beit­neh­mer wer­den ins­ge­samt um die­se im Schnitt 0,5 Pro­zent­punk­te ent­las­tet. An­ders als die Ar­beit­neh­mer ha­ben die meis­ten Rent­ner je­doch nichts von der Ent­las­tung und spü­ren die Pfle­ge­bei­trags­er­hö­hung bei der Ren­ten­aus­zah­lung ab 2019.

Auch Gut­ver­die­ner trifft die Er­hö­hung et­was mehr: Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der ge­setz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung, bis zu der Bei­trä­ge fäl­lig sind, steigt im kom­men­den Jahr von 4425 auf 4537,50 Eu­ro im Mo­nat. In der Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung steigt sie von 6500 auf 6700 Eu­ro im Wes­ten. (AZ)

Jens Spahn

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