Wirt­schaft

Auf Weg zum fes­ten Zins­satz – Re­gie­rung re­gelt Ab­schluss von Kre­di­ten für Im­mo­bi­li­en­kauf neu

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Fes­ter Zins­satz: Re­gie­rung re­gelt Ab­schluss von Kre­di­ten für Im­mo­bi­li­en­kauf neu

Ma­drid – sk. Das Hy­po­the­ken­ge­setz kommt sei­ner Ver­ab­schie­dung ei­nen ent­schei­den­den Schritt nä­her. Das Ka­bi­nett hat den Ge­set­zes­text ge­bil­ligt und dem Par­la­ment zur Ver­ab­schie­dung ge­reicht. Die Re­gie­rung will es bis Ju­ni durch­be­kom­men und kann auf die Un­ter­stüt­zung von Cui­dad­a­nos, PNV und Co­ali­ción Ca­na­ria zäh­len, nicht aber auf die der So­zia­lis­ten.

Das Ge­setz soll Hy­po­the­ken­ab­schlüs­se trans­pa­ren­ter ma­chen und die Rechts­si­cher­heit so­wohl für Ban­ken als auch für Kun­den er­hö­hen, nicht zu­letzt an­ge­sichts ju­ris­ti­scher Ohr­fei­gen, wie et­wa we­gen der Min­dest­zins­klau­sel (Clau­su­la Sue­lo). Die Auf­tei­lung der Ge­büh­ren und Ab­ga­ben beim Ab­schluss der Hy­po­the­ken re­gelt das Ge­setz da­ge­gen nicht ex­pli­zit. Sie wur­den bis da­to oft­mals voll­stän­dig auf den Schuld­ner ab­ge­wälzt, was ei­ne Flut von Kla­gen los­ge­tre­ten hat. Der Obers­te Jus­tiz­rat rech­net mit bis zu 200.000 Fäl­len.

Vom va­ria­blen zum fes­ten Satz

Der Sal­do der Hy­po­the­ken in Spa­ni­en be­trägt der­zeit über 646 Mil­li­ar­den Eu­ro, 90 Pro­zent da­von ge­bun­den in Ver­trä­gen mit va­ria­blen Zins­sät­zen. Das neue Ge­setz sieht An­rei­ze vor, da­mit Schuld­ner von ei­ner Hy­po­thek mit va­ria­blem Zins­satz zu ei­ner mit fes­tem Zins­satz wech­seln kön­nen. Da­mit soll ver­hin­dert wer­den, dass die zu til­gen­den Ra­ten im Fal­le ei­nes An­stiegs des Eu­ri­bor stei­gen.

Im Ok­to­ber lag der Eu­ri­bor bei Mi­nus 1,8 Pro­zent, Wirt­schafts­mi­nis­ter Lu­is de Guin­dos schloss nicht aus, dass er in ei­ni­gen Jah­ren auf plus zwei oder vier Pro­zent stei­gen könn­te. „Das Zins­ni­veau ist nicht nor­mal und wird si­cher nicht für vie­le wei­te­re Jah­re den Ver­trä­gen zu Grun­de lie­gen“, sag­te de Guin­dos. Die­se An­rei­ze sol­len so­wohl für neue als auch für be­reits ab­ge­schlos­se­ne Hy­po­the­ken gül­tig sein. Die Kom­mis­si­on für die Um­wand­lung der Hy­po­thek oder den Wech­sel der Bank darf nicht über 0,25 Pro­zent in den ers­ten drei Jah­ren lie­gen.

Das Ge­setz be­schnei­det das Recht der Ban­ken, Hy­po­the­ken we­gen Zah­lungs­aus­fall für auf­ge­löst zu er­klä­ren. Nur wenn der Schuld­ner mit min­des­tens neun Ra­ten oder zwei Pro­zent der Hy- po­thek in­klu­si­ve Zin­sen in der ers­ten Hälf­te der Lauf­zeit im Rück­stand ist, kann die Bank die Hy­po­thek auf­lö­sen, in der zwei­ten Hälf­te der Lauf­zeit sind es vier Pro­zent be­zie­hungs­wei­se zwölf Ra­ten.

Künf­tig soll es auch nicht mehr er­laubt sein, dass Ban­ken an ei­ne Hy­po­thek den Ab­schluss von Ver­si­che­run­gen knüp­fen. Nur wenn die Zen­tral­bank dies ex­pli­zit gut­heißt und der Kun­de da­von pro­fi­tiert, soll dies künf­tig mög­lich sein. Ban­ken dür­fen aber wohl ih­ren Kun­den Preis­nach­läs­se an­bie­ten, falls die­se ih­re Zu­satz­leis­tun­gen in An­spruch neh­men.

Vie­le Kla­gen ge­gen Ban­ken führt die Re­gie­rung auf den Man­gel an Trans­pa­renz zu­rück. Künf­tig soll ver­hin­dert wer­den, dass Kun­den im Un­wis­sen ge­las­sen wer­den. Vor dem Ab­schluss ei­ner Hy­po­thek muss die Bank dem Kun­den sie­ben Ta­ge Be­denk­zeit ge­wäh­ren, ihn über die grund­le­gen­den In­hal­te des Hy­po­the­ken­ver­trags schrift­lich in­for­mie­ren und ihn auf sen­si­ble Klau­seln hin­wei­sen. In­ner­halb die­ser Frist muss ein No­tar be­stä­ti­gen, dass der Kun­de über al­le wich­ti­gen Ver­trags­in­hal­te Be­scheid weiß.

Kei­ne Ver­si­che­run­gen mehr für Ab­schluss der Hy­po­thek not­wen­dig

Fo­to: EFE

Das Hy­po­the­ken­ge­setz soll auch die Zwangs­räu­mun­gen re­du­zie­ren.

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