An­fra­gen an den An­walt

ILAGOSON-Rechts­an­walts­kanz­lei be­ant­wor­tet Fra­gen un­se­rer Le­ser.

Costa del Sol Nachrichten - - Meinung -

Auf­grund von Pro­ble­men zwi­schen mei­ner Frau und mir ha­ben wir vor drei Jah­ren be­schlos­sen, die Schei­dung im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men ein­zu­rei­chen. Wäh­rend die­ser Zeit leb­te und ar­bei­te­te ich in Groß­bri­tan­ni­en. Vor ein paar Mo­na­ten mach­te ich Ur­laub, um ei­ni­ge Freun­de zu be­su­chen, die hier le­ben und traf zu­fäl­lig mei­ne Ex-Frau. Wir re­de­ten, tra­fen uns ein paar Mal und schließ­lich be­schlos­sen wir, un­se­re Be­zie­hung wie­der auf­zu­neh­men. Die Din­ge lau­fen jetzt gut zwi­schen uns und wir sind uns bei­de ei­nig, dass wir uns nie hät­ten schei­den las­sen dür­fen. Könn­ten wir in An­be­tracht der Tat­sa­che, dass wir uns ver­söhnt ha­ben, die An­nul­lie­rung der Schei­dung be­an­tra­gen, wenn sie ein­ver­nehm­lich er­folgt? Die Tat­sa­che, dass es sich um ei­ne ein­ver­nehm­li­che und un­strit­ti­ge Schei­dung han­delt, ist in die­sem Fall oh­ne Be­deu­tung. Ei­ne voll­zo­ge­ne Schei­dung kann nicht mehr rück­gän­gig ge­macht wer­den, ob­wohl Sie na­tür­lich im­mer wie­der hei­ra­ten kön­nen, wenn das Ihr Wunsch ist. Es wä­re ei­ne an­de­re Sa­che, wenn Sie nur ge­trennt und nicht ge­schie­den wä­ren. In die­sem Fall könn­te die Tren­nung durch Ver­söh­nung auf­ge­ho­ben wer­den, um wie­der fest­zu­le­gen, dass Sie ver­hei­ra­tet sind. Ich ha­be ei­ne Vor­la­dung für ei­nen Pro­zeß in Spa­ni­en er­hal­ten we­gen Er­eig­nis­sen, die vor ei­nem Jahr statt­fan­den, als ich in Spa­ni­en leb­te. Ich le­be jetzt den größ­ten Teil des Jah­res im Ausland und die Wahr­heit ist, dass mir der Weg zum Ge­richt gro­ßen fi­nan­zi­el­len Scha­den zu­fü­gen wür­de, nicht nur, weil ich mei­ne An­we­sen­heits­pflicht bei mei­ner Ar­beit nicht er­fül­len kann, son­dern auch, weil mei­ne fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on es mir nicht er­laubt, jetzt nach Spa­ni­en zu rei­sen: Was für Kon­se­quen­zen kom­men auf mich zu, wenn ich mich wei­ge­re, vor Ge­richt zu er­schei­nen? Wenn Sie vom Rich­ter als Zeu­ge vor­ge­la­den wur­den, was hier der Fall zu sein scheint, sind Sie ge­setz­lich ver­pflich­tet, zu er­schei­nen. Wenn Sie dies nicht tun, kön­nen Sie mit ei­ner Geld­stra­fe be­legt und so­gar von der Po­li­zei an­ge­wie­sen wer­den, vor ei­nem Rich­ter zu er­schei­nen. Im Hin­blick auf den wirt­schaft­li­chen Scha­den, der Ih­nen ent­ste­hen kann, ha­ben Sie je­doch das Recht, sich von der Per­son, die Sie vor Ge­richt ge­la­den hat, die Un­kos­ten be­zah­len zu las­sen, ob­wohl Sie die­se nach­wei­sen müs­sen.

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