Die Rück­füh­rung Min­der­jäh­ri­ger

Costa del Sol Nachrichten - - Spanien -

Nach dem Ab­kom­men zwi­schen Ma­drid und Ra­bat von 1991 zur Rück­nah­me von il­le­ga­len Ein­wan­de­rern aus Dritt­staa­ten, die von ma­rok­ka­ni­schem Ter­ri­to­ri­um nach Spa­ni­en ge­langt sind, ha­ben bei­de Re­gie­run­gen 2007 ein wei­te­res Ab­kom­men ge­schlos­sen, das aber erst 2012 in Kraft trat. Es sieht die Rück­füh­rung von min­der­jäh­ri­gen Ma­rok­ka­nern vor, die oh­ne Be­glei­tung il­le­gal nach Spa­ni­en ein­ge­wan­dert sind. Von den ak­tu­ell rund 10.000 min­der­jäh­ri­gen Mi­gran­ten in Spa­ni­en, die al­lein un­ter­wegs wa­ren und vor­wie­gend in An­da­lu­si­en, aber auch in an­de­ren Re­gio­nen be­treut wer­den, stam­men 70 Pro­zent aus Ma­rok­ko. Das Ab­kom­men von 2007 war eben­falls lan­ge Zeit nicht das Pa­pier wert, auf dem es stand. Ma­rok­ko ver­such­te wie­der­holt, sich vor ei­ner Rück­nah­me sei­ner jun­gen Leu­te zu drü­cken. Oft mit der Be­grün­dung, es sei ja gar nicht er­wie­sen, dass die be­tref­fen­den Min­der­jäh­ri­gen ma­rok­ka­ni­sche Staats­bür­ger sei­en.

Aber auch die spa­ni­sche Jus­tiz mach­te es den Be­hör­den nicht so leicht mit der Ab­schie­bung Min­der­jäh­ri­ger. So gab das Ver­fas­sungs­ge­richt der Kla­ge ei­nes ju­gend­li­chen Ma­rok­ka­ners ge­gen sei­ne Rück­füh­rung statt. Die Rich­ter be­män­gel­ten, dass der Jun­ge we­der an­ge­hört noch über sei­nen Wil­len be­fragt und auch nicht über sei­ne be­vor­ste­hen­de Ab­schie­bung in­for­miert wor­den sei. Ei­ne Än­de­rung des Aus­län­der­ge­set­zes schreibt das nun zwin­gend vor. (tl)

Fo­to: dpa

Ein jun­ger ma­rok­ka­ni­scher Flücht­ling nach sei­ner Ret­tung aus See­not.

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