Neu­er Trick für den Haus­halt

EU-Zu­ge­ständ­nis für ent­las­se­ne De­fi­zit­sün­der schafft fi­nan­zi­el­len Spiel­raum

Costa del Sol Nachrichten - - Wirtschaft -

Ma­drid – tl. Nach dem an der kon­ser­va­ti­ven Op­po­si­ti­on ge­schei­ter­ten Ver­such von Re­gie­rungs­chef Pe­dro Sán­chez, in Sa­chen De­fi­zit für den ge­plan­ten Haus­halt 2019 das Ve­to­recht des Se­nats aus­zu­he­beln, ist gu­ter Rat teu­er. Schließ­lich er­war­tet Brüs­sel Spar­maß­nah­men in Hö­he von acht Mil­li­ar­den Eu­ro, was 0,65 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts (BIP) ent­spricht. Sán­chez wie­der­um strebt ei­nen Etat mit deut­lich so­zi­al­po­li­ti­scher No­te an. Da­zu aber braucht er viel Geld.

Die auf dem Brüs­se­ler EU-Par­kett und in Haus­halts­fra­gen äu­ßerst be­wan­der­te Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Na­dia Cal­vi­ño scheint ih­rem Chef jetzt ei­nen Aus­weg auf­ge­zeigt zu ha­ben. Höchst­wahr­schein­lich wird Spa­ni­en in die­sem Jahr aus dem EU-Kon­troll­ver­fah­ren für De­fi­zit­sün­der ent­las­sen, weil das Haus­halts­de­fi­zit 2018 un­ter der Drei-Pro­zent-Mar­ke bleibt. Für die­sen Fall bil­ligt die EUKom­mis­si­on den be­tref­fen­den Län­dern zu, das ver­ein­bar­te Spar­ziel bis zu ei­nem Ma­xi­mum von 0,5 Pro­zent des BIP auf zwei Jah­re ver­teilt zu ver­feh­len.

Die­sen fi­nan­zi­el­len Spiel­raum will Sán­chez für 2019 zu ei­nem Groß­teil nut­zen, wie die Zei­tung „El País“(Mon­tag) be­rich­te­te. Was al­ler­dings für 2020 dann erst recht ver­stärk­te Spar­an­stren­gung be­deu­tet. Sán­chez nimmt das of­fen­bar in Kauf.

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