On­li­ne­shops sol­len al­le Ge­büh­ren de­kla­rie­ren

ZÜ­RICH. Bei vie­len On­li­nebe­stel­lun­gen fal­len bei der Lie­fe­rung un­er­war­te­te Zu­satz­ge­büh­ren an. Das Se­co will jetzt aus­län­di­sche On­line­händ­ler in die Pflicht neh­men.

20 Minuten - St. Gallen - - VORDERSEITE -

BERN. Für aus­län­di­sche On­li­ne­shops gel­ten seit An­fang Ju­li neue Re­geln. Das Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft (Se­co) ver­pflich­tet An­bie­ter wie et­wa den chi­ne­si­schen Ali­ex­press, sämt­li­che Kos­ten zu de­kla­rie­ren. Bei der Be­stel­lung müs­sen al­so Zoll­ge­büh­ren und Mehr­wert­steu­er an­ge­ge­ben wer­den. Hsg-pro­fes­sor Vi­to Ro­ber­to be­zwei­felt, dass sich die Shops an die Re­geln hal­ten.

Wer on­line ein­kauft, muss dem Lie­fe­ran­ten oft noch Zoll­ge­büh­ren nach­zah­len. Man­che Händ­ler wei­sen die Käu­fer gar nicht auf Dritt­kos­ten hin. Solch un­er­war­te­te Rech­nun­gen will das Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft (Se­co) den Schwei­zer Kon­su­men­ten nun er­spa­ren. Aus­län­di­sche On­line­händ­ler, die auch Schwei­zer Kon­su­men­ten ein­deu­tig an­spre­chen, müs­sen nun vom Kun­den zu zah­len­de Zoll­ge­büh­ren und Mehr­wert­steu­ern de­kla­rie­ren. Das Se­co ver­langt, dass Händ­ler die Kos­ten be­reits vor dem Ver­kauf be­zif­fern (sie­he Ta­bel­le) oder die Be­rech­nung er­klä­ren.

Die prak­ti­sche Um­set­zung die­ser Vor­schrif­ten könn­te aber schwie­rig wer­den. In­ter­na­tio­nal tä­ti­gen Fir­men sei es gar nicht mög­lich, die Ge­set­ze al­ler Län­der ein­zu­hal­ten, sagt Vi­to Ro­ber­to, Pro­fes­sor an der Hoch­schu­le St. Gal­len (HSG) und Rechts­an­walt, zu 20 Mi­nu­ten.

Ein von den Richt­li­ni­en be­trof­fe­ner Händ­ler ist Ali­ex­press aus Chi­na, wie das Se­co auf An­fra­ge be­stä­tigt. In­for­ma­tio­nen über Dritt­kos­ten wie Zoll­ge­büh­ren oder Mehr­wert­steu­er feh­len beim Shop­pen auf Ali­ex­press. So er­schei­nen auch bei Ar­ti­keln, bei de­nen Zu­satz­kos­ten an­fal­len dürf­ten, nur der Kauf­preis und die Ver­sand­kos­ten. Ali­ex­press könn­te dar­um ei­ne Bus­se von bis zu 20 000 Fran­ken dro­hen. Kon­kret müss­te sich da­zu ein Kan­ton bei Ali­ba­ba, dem Be­trei­ber des Shops, mel­den und die Bus­se ver­lan­gen. Ein Kon­zern wie Ali­ba­ba müs­se aber vor der Schweiz kei­ne Angst ha­ben, sagt Ro­ber­to. Er ist über­zeugt, dass gros­se Fir­men es sich leis­ten kön­nen, sol­che Ver­fah­ren über Jah­re hin­zu­zie­hen, oh­ne je­mals ei­ne Bus­se zu be­zah­len.

KEY

Mit dem Päck­li kommt die Ex­tra-rech­nung.

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