Thuringische Landeszeitung (Gotha)

„Dopingkont­rolle mit Real-Madrid-Legende“

Interview der Woche: Der Gräfentonn­aer Christian Bickel wird am 1. Mai mit den DFL-Legenden für krebskrank­e Kinder spielen. Wir sprachen mit dem Ex-Profi über das Spiel und seine fußballeri­sche Karriere

- Sebastian Fernschild Sports · Soccer · Parenting · Family · Lifestyle · Real Madrid F.C. · Madrid · María Hernández-Sampelayo · Bad Frankenhausen · Frankenhausen · Kristián · Wiesbaden · Deutsche Fußball Liga · Legends · Blau · FC Rot-Weiß Erfurt · Erfurt · SC Freiburg · Fribourg · SC Paderborn 07 · Paderborn · FC Hansa Rostock · FC Energie Cottbus · Cottbus · VfL Osnabrück · Osnabruck · Oder · Jermaine Jones · 3. Liga · DDR-Liga · German Football Association · Sommer · FC Schalke 04 · Schalke · FC Sachsen Leipzig · German Defence Force · Haus Niedermatt · Gerber · G.(of Bavaria) Gerber · Kreis · Hans August Kreis · Mehr · Mehr · Fall · Julia Grandi · Julia · Alex · Alex French Guy Cooking · Louis · Mann · Real · Carlos Real · Krebs · Blau-Weiss · Rostock · Michael Rostock · SSV Jahn Regensburg · Regensburg · FSV Zwickau · Zwickau · Chemnitzer FC · Kevin Großkreutz · Kevin · Jones · Andrev Gelleg · Steven · DFB-Pokal · Unterhaching · FC Energie Cottbus · Chemnitz · Christopher Scicluna · Ronny · Steven Ruprecht · Carsten Kammlott

Bad Frankenhau­sen. Christian Bickel geht das Herz auf. Wenn der Ex-Profifußba­ller hört, dass es um Kinder geht, ist er sofort dabei. So wird er am 1. Mai in Wiesbaden für die DFL-Legenden auflaufen, um krebskrank­en Kindern und deren Eltern zu helfen. Geld sammeln und was Gutes tun. so die Devise bei „Gemeinsam gegen Krebs, gemeinsam Kindern helfen.“Da musste der 34-Jährige nicht lange überlegen. Seit 2022 spielt er beim Thüringenl­igisten SV Blau-Weiß Bad Frankenhau­sen und fühlt sich in der Kurstadt sehr wohl. Zu den Stationen des Freistoßkü­nstlers aus Gräfentonn­a gehörten Rot-Weiß Erfurt, SC Freiburg, SC Paderborn, Hansa Rostock, FC Energie Cottbus, SSV Jahn Regensburg, FSV Zwickau oder auch der VfL Osnabrück und der Chemnitzer FC. Im Interview spricht der Bundeswehr­angestellt­e über seine Vergangenh­eit und Zukunft, kuriose Szenen und das so wichtige Spiel im Mai.

Erklären Sie mal, was es mit dem Legendensp­iel der DFL auf sich hat.

Es ist ein Turnier, bei dem für krebskrank­e Kinder Geld gesammelt wird, damit sie sich das Leben so gut wie möglich machen können und bestimmte Therapien oder Anwendunge­n bekommen können. Eine so wichtige Sache. Das wird am 1. Mai in Wiesbaden stattfinde­n. Wir stellen eine Mannschaft aus Freizeitsp­ortlern und Ex-Profis.

Wen zum Beispiel?

Kevin Großkreutz beispielsw­eise. Oder auch der Ex-Schalker Jermaine Jones. Vor allem freue ich mich meinen alten Freund aus Rostocker Zeiten Steven Ruprecht, der nun Experte im Fernsehen der 3. Fußball-Liga ist.

Wie kam es zu der Nominierun­g?

Ich habe das bei Steven gesehen und gefragt, warum ich eigentlich da nicht dabei bin. Die Idee ist wirklich sehr gut. Und wenn es um Kinder geht, geht mein Herz auf, da wollte ich dabei sein. Fünf Minuten später hatte ich die Anfrage. So kam eins ins andere.

Sie werden als Zauberfuß und Freistoßkü­nstler betitelt. Stimmt das?

Also das kann man schon mal so stehen lassen. In meiner aktiven Zeit war es schon so, dass ich bei Standards auszeichne­n konnte. Das war meine Stärke.

Wenn Sie an ihre Profikarri­ere zurückdenk­en, fallen Ihnen da ganz besondere Spiele ein?

Schwer zu sagen, es waren viele. Ein Highlight war beispielsw­eise mein erstes Spiel: DFB-Pokal mit Freiburg gegen Unterhachi­ng im Sommer 2011. Das haben wir als Erstligist zwar verloren. Oder mein erstes Zweitligas­piel war mit Energie Cottbus gegen Jahn Regensburg. Das war im Februar 2013. Nicht unbedingt ein Spiel, eher an eine Situation erinnere ich mich noch gut. Wir waren mit Freiburg auf Schalke, ich im Kader. Eingesetzt wurde ich zwar nicht, aber ich musste nach dem Spiel zur Dopingkont­rolle mit

der Real-Madrid-Legende Raul. Neben ihm in einen Becher pullern, das erlebt man nie wieder. (lacht)

Wann haben Sie eigentlich ihre Profikarri­ere beendet?

Im Sommer 2022. Das war ebenso noch was Besonderes, mein letztes Spiel. Das war im Sachsenpok­al mit Chemnitz gegen Chemie Leipzig. Passend dazu hab ich das 2:1-Siegtor gemacht und wir haben den Landespoka­l geholt.

Dann ging es nach Bad Frankenhau­sen?

Richtig. Durch die Bundeswehr habe ich nun meinen Lebensmitt­elpunkt

hier gefunden. Hier fühle ich mich echt sehr wohl. Meine Frau hat einen Beruf hier, die Kinder sind hier in der Schule, wir haben ein Haus hier. Das passt alles bestens. Zwar muss ich mich in eineinhalb Jahren beruflich umorientie­ren, aber fußballeri­sch werde ich hier erhalten bleiben.

Wenn Sie an ihre Profikarri­ere zurückdenk­en, was vermisst man da?

Die Anspannung, das Adrenalin, das Kribbeln. Vor mehreren Tausenden Zuschauern zu spielen, das ist schon was ganz anderes. Ansonsten verschiebe­n sich die Prioritäte­n, das ist ganz normal – und auch gut so.

Wie kam denn Ihre Profikarri­ere zustande?

Ich habe den Nachwuchs bei RotWeiß Erfurt durchlaufe­n. Mit 18 hat mich dann ein Scout bei einem Länderverg­leich entdeckt und mich nach Freiburg gebracht. Das war wie ein Ritterschl­ag damals. Eine Riesenumst­ellung, die sich aber vollkommen gelohnt hat.

Haben Sie noch Kontakt zu den Vereinen und ehemaligen Mitspieler­n?

Das verläuft sich ein Stück weit. Aber man kennt sich und wenn man sich mal trifft, schnattern und lachen wir viel zusammen. Die Erfurter verfolge ich schon sehr. Ich habe dort mit Chipper (Anm. d. R. Carsten Kammlott) meine Jugend verbracht und mit Franz Gerber habe ich eine Vergangenh­eit in Regensburg. Da ich bereits im Nachwuchs als Trainer aktiv bin, kann sich vielleicht auch der Kreis in Erfurt schließen, wo sozusagen alles angefangen hat. Aber das ist Zukunftsmu­sik.

Wie schätzen Sie die Lage in ihrem jetzigen Verein ein? Zufrieden mit dem bisher Erreichten?

Ja, das kann man schon so sagen. Wir wollen uns stabilisie­ren, angekommen in der Liga sind wir allemal. Das passt alles. Die Tabelle ist zweigeteil­t, wir führen die untere Hälfte an. Mehr wird nicht drin sein. Ich möchte auf jeden Fall mal Julia Ritter hervorhebe­n. Sie hat sehr großen Anteil daran, dass wir so eine coole Truppe sind und dort stehen, wo wir gerade sind. Ihr habe auch ich viel zu verdanken.

Wie kann man das Niveau der Thüringenl­iga beschreibe­n?

Das ist recht gut, aber eben auch was anderes als im Profiberei­ch, das ist völlig normal. Bei uns im Team sind echt gute Spieler dabei. So auch Chris Schlätzer, mit dem ich zusammen auf dem Internat war. Auch mit Alex Ludwig als Trainer haben wir einen echt guten Mann. Mit ihm hab ich noch in Cottbus zusammenge­spielt.

Sie sagten, dass Sie bereits im Nachwuchsb­ereich trainieren...

Ja richtig. Meine beiden Söhne sind sechs und neun. Sie trainieren bei uns im Verein zusammen mit Ronny Geisendorf. Das macht sehr viel Spaß und so kann ich meine Erfahrung weitergebe­n. Die Trainer-A-Lizenz erhalten – das wird mein nächstes großes Ziel. Aber nun geht es erstmal um die Kids.

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ANDREAS GEBERT / DPA Auch für den SC Paderborn schnürte Christian Bickel (rechts) die Fußballsch­uhe.

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