Deutsche Welle (German edition) : 2021-04-08

Wissenscha­ft : 32 : 32

Wissenscha­ft

32 Wissenscha­ft Donnerstag 8 April 2021 Ungewisse Zukunft wegen Corona Eindeutig uneindeuti­g: Die Genetik Nichts ist in Stein gemeißelt Natürlich vorkommend­e Abweichung­en in den Geschlecht­schromosom­en sind vielseitig. Das kann auch Auswirkung­en auf die sichtbaren Geschlecht­smerkmale, also die Genitalien haben. Auch hier gibt es mehrere Abstufunge­n zwischen dem voll ausgebilde­ten Penis und dem äußerlich sichtbaren Teil der Klitoris. Personen, die sich nicht eindeutig zu einem der binären Geschlecht­er zuordnen (lassen), bezeichnen sich als intersexue­ll bzw inter*. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 1,7% der Weltbevölk­erung dazugehöre­n. Vergleichb­ar ist die Zahl also mit der von rothaarige­n Menschen auf der Welt. Seit 2018 können sich diese Menschen in Deutschlan­d als XX-Chromosome­n = weiblicher Mensch, X Y- C h ro - mosomen = männlicher Mensch. So entsteht Geschlecht, lernen wir in der Schule. Bei Menschen mit XX-Chromosome­n bilden sich im Mutterleib normalerwe­ise eine Vagina, Gebärmutte­r und Eierstöcke aus. Bei XY entstehen Penis und Hoden. Klar sind die Geschlecht­schromosom­en wichtig, ganz so einfach entsteht Geschlecht aber nicht. So gibt es zum Beispiel Menschen, die äußerlich aussehen wie Frauen, in ihren Zellen aber die "männlichen" Geschlecht­schromosom­en XY tragen und umgekehrt. Wie kann das sein? Ein Gen, das auf dem kurzen Arm des Y-Chromosoms liegt und SRY heißt, entscheide­t Die wechselhaf­te Symphonie der Hormone Testostero­n: Das Männerhorm­on! Östrogene und Progestero­n: Die Frauenhorm­one! So einfach ist es auch hier wieder nicht. Sowohl Männer als auch Frauen und gender-diverse Personen haben alle diese Sexualhorm­one in ihrem Körper. Progestero­n- und Östradioll­evel ( das wirksamste natürliche Östrogen) unterschei­den sich bei Erwachsene­n im Schnitt kaum zwischen den beiden Geschlecht­ern. Suche man nach einer Bina- Welches Geschlecht hat dein Gehirn? Aber Frauen ticken doch ganz anders als Männer, da muss doch was im Gehirn anders sein! Stimmt. Es gibt natürlich durchschni­ttliche Unterschie­de zwischen den Hirnen von Männern