Der Standard : 2018-12-07

KARRIERENSTANDARD : 68 : K4

KARRIERENSTANDARD

karrierenΔtandard K4 | FR./ SA./ SO., 7./ 8./ 9. DEZEMBER 2018 DER STANDARD WOCHENENDE MEDIZIN UND FORSCHUNG ZU BESUCH IM LABOR „Wir machen Cyborgs“ Cosima Prahm, Der Roboterarm als Teil des Körpers: Forscherin an der Medizinischen Uni Wien, arbeitet daran, dass Patientinnen und Patienten noch leichter mit ihren Prothesen zurechtkommen. „ Lisa Breit PROTOKOLL: Als Kind hatte ich vor, Pathologin zu werden. Doch während des Medizinstudiums habe ich gemerkt, dass es nur um auswendig gelernte Seiten in Büchern geht, und mich stattdessen für Neuroscience inskribiert. Ich fand es spannender, neue Sachen zu entdecken, statt einfach nur Vorhandenes anzuwenden. Nebenbei habe ich auch Japanologie studiert. Mir haben immer schon Mangas, japanische Comics, gefallen und konnte sie nun in der Originalsprache lesen. Während meines Studiums habe ich bei der Prothesenfirma Otto Bock gearbeitet und meinen heutigen Chef kennengelernt. Ich habe ihn gefragt, ob es in seiner Abteilung eine offene Doktoratsstelle gibt. Zwei Wochen später habe ich im AKH im Labor angefangen. Was ich an meiner Arbeit mag: Es ist nicht jeder Tag gleich. Manchmal sitze ich hier im Labor und programmiere Steuerungsalgorithmen für die Prothesen oder erstelle Android-Apps für Patienten. Manchmal bin ich bei Operationen dabei oder setze mich in ein japanisches Kaffee Für viele Patienten ist es allerdings mühsam zu lernen, welche Muskeln sie wie stark anspannen müssen, um die neue Hand zu bewegen. Es braucht viel Zeit, ist monoton. Helfen könnte ein Spiel, habe ich mir gedacht und im Rahmen meiner Dissertation eine Rehabilitations-App entwickelt. Die Schnittstelle zwischen Medizin und Informatik liegt mir. Ich habe immer gern Videospiele gespielt und das Programmieren schnell gelernt. Die App funktioniert so: Der Patient zieht das Elektrodenarmband an, und über Bluetooth verbindet es sich mit einem Tablet. Man kann nun verschiedene Lieder auswählen: Es gibt etwa AC/DC, Falco oder einen Tango. Im Rhythmus der Lieder erscheinen Dreiecke, denen entsprechend der Patient die unterschiedlichen Muskeln anspannen soll. Mir war wichtig, dass das Produkt einen Nutzen hat. Leider ist es in der Forschung ja oft so, dass etwas entwickelt wird und dann niemand mehr etwas damit anfangen kann. Das wollte ich vermeiden. Die Patienten können die Übungen auch zu Hause durchführen. Die Geräte, das Armband und das Tablet, sind in einem kleinen Köfferchen verpackt. Auf Wunsch erstellen wir auch einen Trainingsplan. Das motiviert. Einmal kam ein Fernsehteam zu uns und hat einen Patienten gefragt, wie viel Mensch und wie viel Maschine er eigentlich sei. Er antwortete: Diese Prothese, das ist meine Hand. Seitdem sage ich immer, wenn sich jemand nach meinem Beruf erkundigt: Wir machen Cyborgs. Es gibt noch ganz viel auszuprobieren. Ich habe einmal eine Frau getroffen, die sich ein Implantat in den Knöchel einsetzen hat lassen, das bei Erdbeben vibriert. Den Körper zu verbessern steht bei uns aber nicht im Vordergrund. Uns geht es darum, ursprüngliche körperliche Funktionen wiederherzustellen. Momentan arbeiten wir daran, dass Prothesen intuitiver gesteuert werden können, sodass die Patienten nur an die Bewegung denken müssen, und schon bewegt sich die Hand. Früher hatte ich kein genaues Ziel, bin einfach meinen Interessen gefolgt. Mittlerweile habe ich konkretere Vorstellungen: Ich werde in der Forschung bleiben. Im Jänner beginne ich meinen Postdoc an der BG-Klinik Tübingen. Danach folgt hoffentlich eine Professorenstelle. Aber man sollte sich nicht zu sehr verbeißen. Ich wäre wahrscheinlich auch als Zuckerbäckerin glücklich. Cosima Prahm hat eine App entwickelt, mit der Patienten jene Bewegungen üben können, die sie später zur Steuerung ihrer Handprothese brauchen. “ Wir stärken Menschen im Arbeitsprozess WIR BIETEN DEN ARBEITSPLATZ, DEN SIE SUCHEN WELLCON GmbH gehört zu den führenden Anbietern von arbeitsmedizinischen und präventivdienstlichen Leistungen sowie von gesundheitsförderlichen Angeboten mit Standorten in Wien, Linz, Graz und Innsbruck sowie regionalen Außenstellen. Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir für WIEN Lisa Breit EINE/N ARBEITSMEDIZINER/IN (VOLLZEIT/TEILZEIT) IHR AUFGABENGEBIET: o eigenverantwortliche und selbstständige Betreuung unserer Kunden aus verschiedenen Branchen als Teil eines erfahrenen Teams o Zuständigkeit für alle Aufgaben nach ß 82 ASchG sowie für arbeitsmedizinische Untersuchungen o Unterstützung und Beratung für unsere Kunden in allen Fragen der arbeitsplatzbezogenen Prävention o gelegentliche Unterstützung unseres Teams bei Untersuchungen im Zentrum Ö1-KINDERUNI WIR ERWARTEN: o Jus Practicandi o Reisebereitschaft o kunden- und lösungsorientiertes, strukturiertes Arbeiten o gutes zeitliches Selbstmanagement o hohes Maß an Selbstständigkeit, Eigeninitiative und Organisationsgeschick o sehr gute EDV-Kenntnisse (MS Office) präsentiert von WIR BIETEN o Bereitschaft zur Kostenübernahme für die arbeitsmedizinische Ausbildung o familienfreundliche Arbeitszeiten (keine Wochenend- und Nachtdienste) o ein kollegiales Umfeld und eine abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Tätigkeit mit Raum zur persönlichen Weiterentwicklung in einem zukunftsorientierten Unternehmen o Unterstützung bei administrativen Fragen durch unser Backoffice-Team o fachlichen Austausch und Fortbildungsmöglichkeiten o Unterstützung bei Umzug aus dem Ausland ARBEITSBEGINN: Ab sofort. Das kollektivvertragliche Mindestgehalt beträgt ab EUR 5.000,– brutto/Monat (40 h/Woche). Abhängig von Berufserfahrung und Qualifikationsprofil ist eine Überzahlung möglich. Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte per Mail an Mag. Simone Arzberger unter Δtandard. [email protected] p WIR FREUEN UNS AUF IHRE BEWERBUNG!

© PressReader. All rights reserved.