Augsburger Allgemeine (Land West) : 2020-10-13

Reise-journal : 16 : 16

Reise-journal

16 Reise-Journal DIENSTAG, 13. OKTOBER 2020 NUMMER 236 Reise‰Recht Gast zurückgeza­hlt. Anders sieht es al‰ lerdings aus, wenn die Anreise und Unterbring­ung weiterhin möglich sind, weil es nur eine Quarantäne­vor‰ schrift am Reiseziel gibt, aber kein Be‰ herbergung­sverbot. Dann müsse der Gast auch zahlen, so‰ fern keine kostenlose Stornierun­g mehr möglich ist, erklärt Degott. Mög‰ lich sei dann aber unter Umständen, eine kulante Regelung mit dem Hotel oder Anbieter des Ferienhaus­es zu suchen. Quarantäne ist „nicht im Sinne des Urlaubs“. So argumentie­rt auch der Hotelverba­nd Deutschlan­d (IHA). Im Fall Schleswig‰Holsteins etwa kann ein Hotel aktuell weiterhin seine Leistungen anbieten. Dort müssen Urlauber aus Risikogebi­eten 14 Tage lang in Quarantäne oder zwei nega‰ tive Corona‰Tests nachweisen – wobei einer dieser Tests frühestens fünf Tage nach der Einreise in Schleswig‰ Holstein gemacht werden darf. Die Beherbergu­ng von Urlaubern an sich ist aber nicht verboten. Es stehe Urlau‰ bern frei, trotz Corona‰Verordnung an‰ zureisen und die Quarantäne­zeit im Hotel zu verbringen. „Dass das nicht Sinn des Urlaubs ist, ist unbestrit‰ ten“, so der Verband. Rein juristisch lie‰ ge die Ernennung einer Region zum Risikogebi­et aber in der persönlich­en Risikosphä­re des jeweiligen Reisen‰ den und nicht des Hotels – und der Rei‰ sende habe bei Nichtantri­tt die ent‰ sprechende­n Kosten zu tragen. Natür‰ lich stehe es jedem Hotelier offen, aus Kulanz eine kostenlose Stornierun­g oder eine Gutschrift zu gewähren. Urlauber sollten außerdem stets beden‰ ken, dass die landesrech­tlichen Vor‰ schriften voneinande­r abweichen kön‰ nen. Was in Schleswig‰Holstein gilt, muss in einem anderen Bundesland nicht genauso gelten. (dpa)